Heimatjahrbuch 2009

Heimajahrbuch 2009

Eine große Zahl Frauen und Männer, darunter viele Jugendliche, betätigen sich im Landkreis Bad Dürkheim schriftstellerisch oder verlegerisch. Das neue Heimatjahrbuch 2009, das Landrätin Röhl und Redaktionsleiter Manfred Letzelter jetzt im Kreishaus Bad Dürkheim vorstellten, stellt 50 von ihnen vor. „Wir konnten lange nicht alle in einem Buch erfassen“, sagt Sabine Röhl, „und eine ganze Reihe fehlt, weil sie schon in früheren Bänden vorkamen“.

Über 130 des 272 Seiten um fassenden 27. Bandes der Jahrbuchreihe befassen sich mit Literaten im weitesten Sinne. Dazu kommen wie gewohnt „Geschichte und Geschichten“ aus dem Kreisgebiet sowie manch aktuelles Ereignis.

Das Heimatjahrbuch 2009 ziert auf dem Titel das Spitzweg-Bild „Der arme Poet“, umgeben von Portraits historischer und lebender Autorinnen und Autoren aus dem Landkreis Bad Dürkheim (Gestaltung: Marion Hellmann). Das Buch ist im Buchhandel für 8 €uro erhältlich und beim Verlag Englram & Partner in Haßloch erschienen (Auflage ca. 5000 Exemplare).

Von Dieckmann bis Douglas

Das Heimatjahrbuch 2009 startet im Bereich des Schwerpunktthemas mit Guido Dieckmann aus Haßloch, Verfasser historischer Romane und mit seinem „Luther“ 2002 weltweit bekannt geworden (Autor: Manfred Letzelter) . Es schließt sich die erstaunliche Feststellung der Redaktion an, dass in Dirmstein allein sieben namhafte Schriftstellerinnen und Schriftsteller beheimatet sind oder waren, die Albert H. Keil vorstellt. Helmut Meinhardt befasst sich mit einem ehemaligen Pfarrer in Meckenheim, der 1660 dort lebte und ein Buch über „Krankheiten und Gebrechen“ veröffentlicht hat. Das „gelbe Quietsche-Entchen“, ein Kinderbuch von Anne Löschmann aus Wachenheim, hatte es Melanie Kage angetan. In einer solchen Literaten-Reihe darf Walter Lampert, der Chronist von Grünstadt, nicht fehlen, über den Gerhard Laubersheimer schreibt. Hannelore Bähr und Gabriele Giersberg befassten sich mit ganz jungen Autoren, die sich beim Lesesommer in Freinsheim hervortaten; auch vom Lesesommer 2008  der Beitrag von Barbara C. Titz, die junge Schreiber „von Fantasy bis Love-Story“ aus dem Raum Hettenleidelheim portraitiert. Die in Altleiningen beheimatete Jahrbuchmitarbeiterin selbst tritt mit ehemann Jörg häufig durch Reisebücher an die Öffentlichkeit, wie Susanne Back im Buch vermerkt. Der Bogen der historischen Romanciers schließt sich mit Tania Douglas aus Lambrecht, mit der Angelika Wilde-Kaufhold sprach.

Die Enkelin von Karl Räder

Ein besonderer „Farbtupfer“ im Thema ist Verleger Eckart Schott aus Wattenheim mit seiner umfänglichen Comic-Sammlung. Von Ima Bauer, der Enkelin des Dürkheimer Dichters Karl Räders, handelt der Aufsatz von Evelyn Sperber; die den Literaturkreis Wachenheim gründete und im Buch von Barbara C. Titz der Leserschaft nahe gebracht wird. Die „Blutigen Ereignisse 1833“, ein Jahr nach dem Hambacher Fest, beschreibt ein Buch von Reinhard Hechel, über den Manfred Letzelter schreibt.

Der Erforscher des Lotegorischen

Die Reihe ist noch lang: Karin Jung aus Elmstein, Beate Schlachter aus Freinsheim (heute München), Tessa Korber aus Grünstadt (heute Erlangen), Wolfgang Hubach aus Haßloch oder Krimi-Autor Markus Guthmann aus Battenberg setzen die Reihe fort. Der Literaturgesprächskreis Bad Dürkheim wie die Schlarb-Bibliothek in der Kreisstadt sind Themen im Heimatjahrbuch wie der Wattenheimer Anton Meißner (Erforscher des Lotegorischen) oder die junge Julia Krantz aus Höningen stehen in der Reihe der im Landkreis Bad Dürkheim lebenden Literaten.

Fast vergessene Schriftsteller

Aus dem Dunkel der Geschichte sind J. M. Moscherosch von Hardenburg, der Dichter Julius W. Zincgref und Verleger Nikolaus v. Pierron aus Freinsheim sowie Jakob Feis aus Deidesheim wieder aufgetaucht. Auch ein Blick auf die verstorbenen Mundartdichter Otto Wilms und Hans Ponader wird den Lesern gewährt. Erinnerungen an Paula Best und ihre Jahre in Deidesheim werden wach. Ohne Zweifel gehört die Familie Conrad (Grünstadt) als Chronisten der Leininger Grafen in die Aufzählung ebenso wie der Grünstadter Schriftsteller und Schauspieler Dr. H.W. Krapf. Mit Pfälzer Geschichte ist der ehemalige Landtagsabgeordnete Wittkowsky in Wachenheim beschäftigt, die 20-jährige Anika Ninja Weber aus Deidesheim versucht ihren 2. Roman an einen Verlag zu bringen. Alle aus Haßloch: Hannelore Risch mit religiösen Texten, Renate Hauck mit Kochbüchern und Dr. Oliver Röller, der Naturliebhaber; hintersinnige Verse gibt es „vun de zwää Gretle“ Gretel Flott und Gretel Schneider.

„Literarische Schatztruhe“ Starnberger See

Auch in den Partnerregionen wurde der Mitarbeiterstab des Jahrbuchs zum Thema Literaten fündig. Besonders beachtenswert die zahlreichen berühmten Schriftsteller, die am Starnberger See lebten: zum Beispiel Ödön von Horváth, Werner Heisenberg, Oskar Maria Graf und Gustav Meyrinck. Auch der Saale-Holzland-Kreis in Thüringen lieferte mit Sieglinde Mörtel aus Hummelshain und Werner Peukert aus Hermsdorf zwei Beiträge. Für die Südtiroler Weinstraße steht Dr. Roland Zwerger, der Weinexperte. Den polnischen Partnerkreis Kluczbork vertritt bei diesem Thema Maria Zurek, deren Führer über Holzkirchen in Auszügen abgedruckt ist.

Viele „bunte“ Themen und Gedichte

Außerhalb des Literatur-Themenkreises zeigt zunächst das Kalendarium 12 Luftbilder von Gemeinden des Landkreises in alphabetischer Reihenfolge, in den folgenden Bänden wird die Reihe fortgesetzt. Eine Auswahl sonstiger Themen: Mammutbaum und Sumpfzypresse in Bad Dürkheim, die Liburg als Landschaftsgarten und der Bildhauer Mathias Nikolaus. Neuer Landrat im Kreis Starnberg und neuer Bürgermeister in der VG Hettenleidelheim sowie neuer Schulleiter an der IGS, der Kirchenchor Lambrecht oder „Rittmeister“ Philipp aus Weidenthal, die Sience-Fiction-Tage in Herxheim am Berg, Schneckenfarm und –königin in Asselheim, das Kloster Lorsch und Wachenheim, 50 Jahre Haßlocher Carnevalverein, höfisches Tanzensemble aus Dirmstein oder die älteste salische Kirchentreppe in Quirnheim – das alles zeigt die bunte Vielfalt der Themen im Heimatjahrbuch 2009 des Landkreises Bad Dürkheim. Groß ist auch die Zahl der Gedichte, viele in Pfälzer Mundart.


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