normal
Zehn Jahre Partnerschaft der
Landkreise Bad Dürkheim – Kluczbork
Jubiläumsbesuch aus Polen
„Unser Versöhnungswerk zwischen Deutschland und Polen auf der Ebene der Landkreise Kluczbork und Bad Dürkheim jedoch muss bestehen bleiben.“ Unter anderem mit diesen Worten zog Landrätin Sabine Röhl am Sonntag, 22. August 2010, im Hambacher Schloss eine Bilanz unter 10 Jahre Partnerschaft der Landkreise Bad Dürkheim und Kluczbork. Der Festakt an der Wiege der Demokratie, wo 1832 deutsche und polnische Freiheitskämpfer schon ein gemeinsames Europa propagierten, war der Höhepunkt des Besuch einer 40-köpfigen polnischen Delegation, die fast vier Tage im Landkreis Bad Dürkheim verbringen wird.
Die Gäste aus Oberschlesien waren in der Pfalzakademie Lambrecht untergebracht. Das umfängliche Besuchsprogramm umfasste u.a. den Besuch beim Öko-Weingut Pflüger in Bad Dürkheim vor, den Besuch des Müllheizkraftwerks der GML in Ludwigshafen sowie einen Abendgottesdienst in der Kirche von Forst (Messe gelesen durch polnischen Kaplan Dariusz Stankiewicz).
Der Festakt, der neben den Reden von Landrätin Röhl (deutsch / polnisch) und Landrat Pospiech (polnisch / deutsch) auch eine Festrede von Prof. Dr. Hans-Jürgen Seimetz als (deutsch / polnisch) Vertreter der Landesregierung beinhaltete, wurde von einem bunten Musikprogramm aller Richtungen umrahmt. So traten junge Turniertänzer aus Kluczbork ebenso auf wie Sängerinnen der Musikschule von dort mit bekannten Pop-Stücken, es sangen die „Pfälzer Weinkehlchen“, die gerade aus Polen zurück gekommen waren, u.a. ein polnisches Lied und es musizierten im klassischen Teil Jutta Zech-Kuruc (Sopran) und Istvan Kuruc (Violine, Piano) mit Werken von Frederic Chopin und dessen Zeitgenossen.
Am Rande konnten mit Dolmetscher-Unterstützung politische Erfahrungen ausgetauscht werden.
Die mit Partnerschaften im Kreis Kluczbork versehenen Städte und Verbandsgemeinden wie Bad Dürkheim, VG Grünstadt-Land und VG Deidesheim entsandten Bürgermeister oder Beigeordnete ebenso wie alle anderen hauptamtlich besetzten Kommunen im Kreisgebiet und unterstrichen damit das Anliegen des Landkreises nach umfassenden Beziehungen nach Osten. Auch Mitglieder beider Kreistage nahmen an dem Programm teil.
Schließlich gab es eine Spendenübergabe zugunsten des an Leukämie erkrankten Matheusz (3) aus Kluczbork. Seine Mutter Iwona nahm die von Diane Fasdernes (Haßloch) an der Ludwigshafener Globus-Kasse gesammelten 1500 Euro aus der Hand von Landrätin Sabine Röhl entgegen. Die Initiatorin dieser größten Einzelspende im Rahmen des Aufrufs der Kreisverwaltung Bad Dürkheim kann aus privaten Gründen nicht selbst nach Hambach kommen und den Kontakt zu der Mutter des kranken Kindes finden.
Das weitere Sonntagsprogramm beinhaltete einen längeren Besuch in Haßloch, darunter den Besuch des Vogelpark-Festes – wo wiederum die Sängerinnen aus Kluczbork auftraten - und später einen Abschluss im Forsthaus Silbertal. Am Montag organisierte die Kreisverwaltung einen ganztägigen Ausflug mit dem Cabrio-Bus entlang der Deutschen Weinstraße. Nach einem Abendessen im Weingut der Pfälzischen Weinprinzessin Tamara I. in Gerolsheim traten die Gäste aus Kluczbork die nächtliche Heimreise an.
Es war 1997, als der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck im Hambacher Schloss eine Partnerschaft des Landes zu der Woijewodschaft Oppeln in Polen begründete. Von Seiten der Landesregierung wurde diese Beziehung aktiv betrieben und es folgte die Bitte an die Landkreise, sich der ab 1999 neu ins Leben gerufenen Landkreise in Polen zuzuwenden. Der Landkreis Bad Dürkheim sah darin gerade als Träger des Hambacher Schlosses eine Aufgabe.
Nach Besuchen polnischer Landräte in Rheinland-Pfalz und rheinland-pfälzischer Landräte in der Woijewodschaft Oppeln folgte der Kreistag von Bad Dürkheim einem Vorschlag von Landrat Kalbfuß, mit dem schlesischen Landkreis Kluczbork (Kreuzburg) eine Partnerschaft einzugehen. Am 30. März 2000 wurde die Beziehung im Hambacher Schloss mit Gästen aus Polen besiegelt und entwickelte sich unter großer Zustimmung und Beteiligung der Bevölkerung des Landkreises Bad Dürkheim so schnell wie noch keine Partnerschaft im Kreis. Eine herausragende Hilfe war die Spendenaktion der vier Redaktionen der Tageszeitung "Die Rheinpfalz" innerhalb des Landkreises Bad Dürkheim zugunsten des Kreiskrankenhauses in Kluczbork, die weit über 30.000 Mark brachte.
Dem Beispiel der Landkreise Bad Dürkheim und Kreuzburg schlossen sich einige kreisangehörige Gemeinden an. Im Oktober 2000 schlossen die Kreisstädte Bad Dürkheim und Kluczbork eine offizielle Partnerschaft, im Dezember folgten die Gemeinden Haßloch und Wolczyn . Im Herbst 2002 unterschrieb die Verbandsgemeinde Deidesheim mit der Gemeinde Byczyna eine Partnerschaft. Die Verbandsgemeinde Grünstadt-Land reihte sich in die Aktivitäten ein und unterzeichnete 2006 einen Partnerschaftsvertrag zu der Großgemeinde Lasowice Wielkie.
Vor allem Schulen beider Landkreise pflegen inzwischen einen intensiven Austausch: Sophie-Scholl-Realschule Haßloch, Hannah-Arendt-Gymnasium Haßloch, Werner-Heisenberg-Gymnasium Bad Dürkheim, Berufsbildende Schulen Bad Dürkheim, Realschule Grünstadt.
Der frühere Bad Dürkheimer Landrat Georg Kalbfuß als Begründer der Partnerschaft wurde 2002 zum Ehrenbürger des Landkreises Kluczbork ernannt.
Schuldirektor gewinnt Wahl
Die Kreisstadt Kluczbork, die mit der Kreisstadt Bad Dürkheim verschwistert ist, wird von Jaroslaw Kielar, dem früheren Direktor des Lyzeums, geleitet. Er bekam 74 Prozent aller Stimmen.
Grüner weiter Gemeindechef
In der Gemeinde Byczyna, die mit der Verbandsgemeinde Deidesheim eine Partnerschaft eingegangen ist, gewann die Wahl Ryszard Grüner von der Bauernpartei.
Das Heimatjahr 2012 ist erschienen: mehr