Städte & Gemeinden

Der Landkreis Bad Dürkheim - Ein typisches Stück Pfalz

Der Landkreis Bad Dürkheim wurde am 1. Juli 1969 mit der Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz aus der Taufe gehoben. Er vereinigt Teile der früheren Landkreise Neustadt und Frankenthal und hat im Jahr 2000 fast 135.000 Einwohner in 48 Städten und Gemeinden. Diese sind in sechs Verwaltungsgemeinschaften, die Verbandsgemeinden, zusammengefaßt; dazu kommen die Städte Bad Dürkheim und Grünstadt sowie die verbandsfreie Großgemeinde Haßloch (innere Gliederung des Landkreises DÜW).

Der Landkreis Bad Dürkheim ist ein typisches Stück Pfalz; er hat innerhalb seiner Grenzen alles, was diesen Landstrich auszeichnet: Den Wein an der Deutschen Weinstraße, der ersten Ferienstraße in Deutschland; den erholsamen Pfälzerwald, das größte zusammenhängende Waldgebiet in der Bundesrepublik.

Der Haardtrand ist uraltes Siedlungsgebiet, viele steinzeitliche Anlagen sind nachweisbar. Ausgegraben wurden römische Landgüter. Die zahlreichen Orte mit der Endsilbe "heim" (25 von 48) weisen auf fränkische Gründer hin. Die Region, die heute den Landkreis Bad Dürkheim bildet, war im Mittelalter das Zentrum des Heiligen römischen Reichs deutscher Nation. Die salischen Kaiser und ihre staufischen Verwandten hatten in der Pfalz ihren Sitz. Mächtige Burgen entlang dem Haardtrand künden davon. So die Festungsruine Hardenburg und die Klosterruine Limburg bei Bad Dürkheim. Oder die Burgen Alt- und Neuleiningen im Nordteil des Landkreises, dem Stammland der Leininger Grafen, die bis 1794 hier ihre von den Pfalzgrafen verliehenen Besitztümer verwalteten. Aber auch das Hambacher Schloß, die Wiege der deutschen Demokratie, auf Neustadter Gebiet im Eigentum des Landkreises. Die Kurpfalz hatte hier ab dem 13. Jahrhundert das Sagen wie die Bischöfe von Speyer.

Schwere Zerstörungen erlitten die Dörfer im 30jährigen Krieg, noch schlimmer traf es das Land Ende des 17. Jahrhunderts, als der französische König Ludwig XIV. für seinen Bruder, den Herzog von Orléans, dessen vermeintliche Erbansprüche durchzusetzen suchte (Pfälzischer Erbfolgekrieg). Wie die ganze Pfalz kamen die Orte des heutigen Landkreises Bad Dürkheim nach der französischen Revolution 1797 unter das Regime von Kaiser Napoleon, schließlich 1818, als Folge des Wiener Kongresses, zu Bayern (bis zum Ende des 2. Weltkrieges).

Nach außen prägen Wald und Wein den Landkreis Bad Dürkheim, der zu zwei Dritteln seiner rund 600 Quadratkilometer Fläche vom Naturpark Pfälzerwald bedeckt ist; zum anderen Drittel ist er Teil der fruchtbaren Rheinebene mit dem Rebengürtel der Haardt. Die Längsachse des Wirtschaftsraums ist die B 271, die "Deutsche Weinstraße", die sich von Bockenheim im Norden bis nach Neustadt im Süden 30 Kilometer durch den Landkreis zieht. Arbeit und Brot findet die Bevölkerung des Kreises meist im nahen industriellen Ballungsgebiet Ludwigshafen/Mannheim, der Region Rhein-Neckar.

Wenn auch nur ein Siebentel der Kreisbewohner ihr Brot mit Weinbau verdient, so ist er doch das beste Pfund, mit dem die Region wuchern kann: Rund 7200 Hektar Rebfläche sind im Landkreis verzeichnet. Im Weinbaubereich "Mittelhaardt", zu dem der Landkreis Bad Dürkheim in seiner Gesamtheit gehört, wächst vor allem der Riesling, der „König der Weine"; seine Stöcke bilden ein Viertel der Anbaufläche. Zwanzig Winzergenossenschaften, hunderte von Weingütern und Kellereien sowie über 100 Feste sind es, die den Ruf dieser Region als fröhlich begründen und den Fremdenverkehr als wichtigen Erwerbszweig stützen. Längst ist das Gebiet aber auch ein Sektland geworden.

Allerdings: Von Wald und Wein allein können die "Bad Dürkheimer" nicht leben. Ein breites Angebot vorwiegend mittelständischer Unternehmen bildet das wirtschaftliche Fundament; darunter sind rund 1100 Handwerksbetriebe, der dichteste Besatz aller pfälzischen Landkreise.

Viele Unternehmen profitieren von der Gunst des Standorts - liegt der Landkreis doch an drei wichtigen Autobahnen: Die A6 von Mannheim nach Saarbrücken, die A61 von Speyer nach Koblenz und die A65 von Ludwigshafen nach Landau/Karlsruhe. Daneben setzt der Landkreis Bad Dürkheim vermehrt auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV): Die Bahnstrecke zwischen Neustadt und Bad Dürkheim bis Grünstadt wurde - die Weinstraße begleitend - mit erheblichem finanziellen Einsatz auch einzelner Gemeinden sogar an Wochenenden wiederbelebt. Nach 18 Jahren konnte mit Unterstützung der Landesregierung erstmals in Deutschland mit der Schienenverbindung Grünstadt-Eisenberg eine lange stillgelegte Bahnstrecke wiedereröffnet werden. Anbindungen bestehen an die Regionalstrecken Kaiserslautern-Worms im Norden oder Kaiserslautern-Ludwigshafen/Mannheim im Süden des Landkreises. Besucher der Region können dem Rebensaft kräftig zusprechen, ohne danach ans Steuer zu müssen.

Der Landkreis Bad Dürkheim stellt sich den modernen Herausforderungen. Er ist Träger vieler weiterführender Schulen: drei Gymnasien (Bad Dürkheim, Grünstadt, Haßloch) zwei Realschulen (Bad Dürkheim, Grünstadt und Haßloch) und eine Berufsbildende Schule in der Kreisstadt. Für "Sorgenkinder" gibt es vier Sonderschulen in Grünstadt, Bad Dürkheim und Haßloch. Auch Senioren fühlen sich in der Landschaft wohl: Mit knapp 1000 Alten- und Pflegeheimplätzen hat der Landkreis Bad Dürkheim die Spitzenstellung in der Pfalz.

Die ökologischen Probleme der modernen Zeit sollen unter anderem durch ein umfängliches Konzept zur Abfallwirtschaft mitgelöst werden. Neben über 200 Baudenkmälern hat die Kreisverwaltung auch viele Naturdenkmale ausgewiesen, dazu mehrere Landschafts- und drei Naturschutzgebiete. Der Bau einer neuen Bundesstraße (B 271), die parallel zur Deutschen Weinstraße den Durchgangsverkehr aufnimmt und die Gemeinden entlastet, brachte ein weiteres Stück Lebensqualität.

Die Weltoffenheit der Bevölkerung beweisen die zahlreichen Partnerschaften, vor allem mit Frankreich. Freundschaftliche Verbindungen bestehen nach England, Südtirol und seit der Wiedervereinigung Deutschlands nach Thüringen. Der Landkreis selbst pflegt seit 1968 eine Partnerschaft von Deutscher zu Südtiroler Weinstraße, in Erinnerung an die alten politischen Verhältnisse zum Landkreis Starnberg in Bayern sowie zum Saale-Holzland-Kreis (früher der heutige Teilkreis Stadtroda) in Ostthüringen sowie seit März 2000 mit dem polnischen Landkreis Kluczbork (Kreuzburg) in Schlesien.

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