Ortsgemeinde Hettenleidelheim

Erinnerung an Tonbergbau

Die heutige, rund 3200 Einwohner zählende Gemeinde Hettenleidelheim entstand aus den zwei Dörfern Hettenheim und Leidelheim 1556 (andere Quellen nennen 1707), seit 1828 ist der Name amtlich. Der Ort ist Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde seit 1972. Die vielbefahrene B 47 brachte Jahrzehnte in den engen Straßen Probleme für die Bevölkerung, seit dem Jahr 2000 konnte eine Umgehungsstraße der Bevölkerung Erleichterung bringen.

Die Besiedlung dieses Platzes reicht bis ins 5. Jahrhundert zurück. Die erste Erwähnung stammt aus dem 12. ("Hitenheim") bzw. 13. Jahrhundert ("Luttelheim"). Bis 1778 werden beide Teile noch oft getrennt aufgeführt. In Hettenheim war 1155 das Kloster Ramsen begütert, das den Bischöfen von Worms gehörte. Sie belehnten zunächst den Pfalzgrafen, um 1300 die Herren von Stauf und 1393 die Grafen von Nassau-Saarbrücken mit der Schutzvogtei. Nach Aufhebung des Klosters fiel das Lehen 1485 an das Wormser Hochstift zurück.

Vom 13. bis 18. Jahrhundert deckt sich die Geschichte von Leidelheim mit der von Hettenheim. Zuvor gehörte das Gebiet den Rittern von Meckenheim. 1481 taucht der Ort auch als "Lydelnheim" auf, 1494 als "Ludelnheim" und 1555 als "Leudelheim".

Panorama Hettenleidelheim

Nach 1767 ließen die Wormser Bischöfe Tongruben anlegen. Ton- und Klebsandgewinnung ließen die Gemeinde bis Ende des 19. Jahrhunderts stark aufblühen. Um 1890 gab es im Hettenleidelheimer Revier rund 130 Tief- und Tagebaugruben. Nach der Jahrhundertwende begann der Rückgang, heute ist die Landschaft zwischen Hettenleidelheim und Eisenberg im Donnersbergkreis, das Landschaftsschutzgebiet "Erdekaut" beiderseits der B 47, eine Industriebrache, auf der sich inzwischen zahlreiche Biotope entwickelt haben. Das Heimatmuseum, nach Ehrenbürger Karl Blum benannt, macht Gäste auch des benachbarten Besucherbergwerks eindrucksvoll mit der Geschichte des Bergbaus um Hettenleidelheim bekannt.

Die Reformation konnte in Hettenleidelheim nicht Einzug halten. Die katholische Pfarrkirche St. Peter und St. Hubertus ist ein Barockbau von 1720; er wurde 1897-99 im neuromanischen Stil erweitert, so daß ein kreuzförmiger Grundriß entstand. Die Seitenaltäre stammen aus der Erbauungszeit. Die Protestanten mußten bis 1952 ohne Gotteshaus auskommen.

Die Bevölkerung von Hettenleidelheim arbeitete aber nicht nur im Bergbau, wie im benachbarten Carlsberg gingen sie als Händler ins gesamte damalige Deutsche Reich.

Kulturelle Bestrebungen werden durch die Festhalle unterstützt, das weltbekannte Bergmannsorchester, in traditionellen Uniformen, ist ein Aushängeschild der Gemeinde. Zum Kulturleben gehört seit 1904 der Karnevalsverein "Feurio". Die Hettenleidelheimer Kulturtage, meist im Atelier des Bildhauers Theo Rörig, locken wegen des hohen Niveaus Besucher von weither an. Zu einer im Wald gelegenen Mariengrotte werden regelmäßig Wallfahrten durchgeführt. Ein Baumlehrpfad rundet das Angebot für Einheimische und Gäste ab. Eine internationale Partnerschaft besteht mit Blanzy in Burgund (Frankreich).

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