Stiftungen

Gruppenfoto Anerkennung Kulturstiftung

ADD-Präsident Mertes übergab Urkunde - Neue Kreis-Stiftung anerkannt

"Ich bin zuversichtlich, dass diese Stiftung segensreich wirkt". Landrätin Sabine Röhl nahm dankend die Anerkennungsurkunde für die erste Stiftung des Landkreises Bad Dürkheim entgegen. Die "Stiftung des Landkreises Bad Dürkheim für Kultur, Soziales, Umwelt, Bildung, Unterricht und Erziehung" (kurz: Kulturstiftung) startet mit 162.500 Euro Vermögen. Sie wurde, so Röhl, durch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier "in Rekordzeit" anerkannt. ADD-Präsident Josef Peter Mertes in Bad Dürkheim stolz: "Wir haben allein in diesem Jahr in Rheinland-Pfalz 70 neue Stiftungen errichtet und beaufsichtigen derzeit landesweit 570. Weitere werden bis Jahresende hinzu kommen".

Die Stiftung sei auf Zuwachs angelegt; das heißt, so die Landrätin: "Wir hoffen, dass es Bürgerinnen und Bürger gibt, vielleicht auch Firmen, die unsere Ziele unterstützen wollen." Es gehe nicht darum, Reichtümer anzusammeln. Vielmehr soll das Geld mithelfen, gute Ideen in den der Stiftung zu Grunde liegenden Themen verwirklichen zu können und Menschen, die ihr Geld - vielleicht auch im Fall der Erbschaft - für eine gute Sache angelegt wissen wollten. Landrätin Röhl: "Mit der Einlage der Sparkasse Rhein-Haardt haben wir eine solide Basis".

Einen Schwerpunkt der Arbeit sieht die Landrätin darin, europäische Bildungs-Projekte von Schulen und Jugendlichen zu unterstützen und nannte als Beispiel die Anfang dieses Jahres gelaufene Ausstellung des Werner-Heisenberg-Gymnasiums über schlesische Dichter, die gemeinsam mit einem polnischen Gymnasium in Kreuzburg erarbeitet wurde. Auch die Theaterwerkstatt im Rahmen der Partnerschaft mit der Südtiroler Weinstraße und dem Saale-Holzland-Kreis in Thüringen könne einer solchen Unterstützung wert sein. In der Stiftungssatzung stehen aber auch Förderung und Sicherung von Kulturgütern oder der Heimatgeschichte.

Karitative Einrichtungen oder Selbsthilfegruppen könnten künftig mit Stiftungsmitteln im Bereich des sozialen Spektrums gefördert werden; das Thema Umweltschutz lasse sicher auch an viele mögliche Maßnahmen denken.

In Kürze werde sich der mindestens fünfköpfige Vorstand konstituieren, kündigte die Landrätin an. Neben ihr als Vorsitzender und den drei Kreisbeigeordneten ist in der Satzung vorgesehen, dass die im Kreistag vertretenen Fraktionen je eine Vertretung entsenden. Der Vorstand entscheidet über die Stiftungsmittel, verwaltet das Vermögen und stellte die Haushaltspläne und Jahresrechnungen auf.

"Das Stiftungsgeschäft ist eine unserer schöneren Aufgaben", umriss ADD-Präsident J. P. Mertes bei der kurzen Feierstunde im Kreishaus Bad Dürkheim. Und er wirbt: "Wir beraten auch Bürgerinnen und Bürger". Im Internet werde derzeit ein Verzeichnis aller Stiftungen im Lande veröffentlicht (www.add.rlp.de). Ohne Stiftungen wäre vieles im Lande nicht mehr denkbar, zeigte Mertes sich mit den finanziellen Problemen der Kommunen vertraut. Auch als Kommunalaufsicht begrüße seine Behörde die Stiftungen, "denn freiwillige Leistungen der Städte und Landkreise und heute nicht mehr unbegrenzt möglich".


"Kultur- und Umweltstiftung" arbeitet - Konstituierende Sitzung des Vorstandes

Der Vorstand der "Stiftung des Landkreises Bad Dürkheim für Kultur, Soziales, Umwelt, Bildung, Unterricht und Erziehung" hat sich konstituiert. Satzungsgemäß ist Landrätin Sabine Röhl Vorsitzende. Außerdem gehören zum Vorstand die drei Kreisbeigeordneten Erhard Freunscht, Claus Potje und Peter Seelmann. Ihre Vorstandsmitglieder haben auch die im Kreistag Bad Dürkheim vertretenen Parteien benannt: Reinhard Stölzel (CDU, Bad Dürkheim), Hanns-Uwe Gebhardt (SPD, Haßloch), Heiner Dopp (FWG, Meckenheim), Heidi Langensiepen (FDP, Bad Dürkheim), Ellen Messner-Vogelesang (B.90/Die Grünen, Bad Dürkheim) und Patrick Moser (REP, Bad Dürkheim).

Der Stiftungsvorstand beschloss, zunächst die finanzielle Entwicklung abzuwarten und im Jahr 2005 noch keine Ausschüttung der Erträge durchzuführen. "Das Stiftungsvermögen ist nach den Vorschriften des Landesstiftungsgesetzes so zu verwalten, dass für die dauernde und nachhaltige Verwirklichung des Stiftungszweckes gesorgt ist. Daher ist das Stiftungsvermögen möglichst ungeschmälert zu erhalten," erklärt dazu die Vorsitzende Sabine Röhl.

Teil der Öffentlichkeitsarbeit soll sein, die Stiftung über die Anwaltskanzleien, Steuerberatungsbüros und Notariate bekannt zu machen, damit mögliche Zustifter Kenntnis von der Existenz der Stiftung erlangen. Sabine Röhl: "Die Stiftung ist auf Zustiftung angewiesen. Wir wären daher dankbar, wenn potentielle stiftungswillige Personen von dieser Möglichkeit Gebrauch machen würden". Notare, Steuerberater und ähnliche Berufe werden gebeten, ihre Geschäftsfreunde auf die Stiftung und ihre Möglichkeiten aufmerksam zu machen.

Der Landkreis Bad Dürkheim hat - wie berichtet - mit Stiftungsgeschäft vom 14. Oktober 2004 diese Stiftung errichtet. "Wir suchten eine Plattform zur Förderung gemeinnütziger Einrichtungen und Projekte im Landkreis Bad Dürkheim. Den Schwerpunkt der Stiftungsarbeit wollen wir bei der Jugendarbeit und den Partnerschaften in Europa setzen. Projekte von Schulen und Kinder- und Jugendverbänden können über die Stiftung weitere Unterstützung erfahren. Aufgrund ihrer Flexibilität und der finanziellen Möglichkeiten ist die Stiftung eher in der Lage, neue Lösungswege zu beschreiten, als dies bei der herkömmlichen Verwaltungsstruktur, auch im Hinblick auf die finanzielle Lage des Landkreises, möglich ist", erläutert Sabine Röhl. In den letzten Jahren habe das Stiftungswesen einen erheblichen Aufschwung genommen. "Es ist festzustellen, dass eine ständig wachsende Bereitschaft von Privatpersonen und Unternehmen besteht, Teile ihres Vermögens oder auch das gesamte Vermögen für soziale, kulturelle, wissenschaftliche oder sonstige gemeinnützige Zwecke der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen."

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