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Die Jungen und Mädchen, die das Jahr über wöchentlich die Burg Altleiningen bevölkern, sind immer ganz angetan vom Flair dieser Jugendherberge; zumal im ehemaligen Burggraben auch noch das Freibad der Verbandsgemeinde Hettenleidelheim eingerichtet ist, zu der die Gemeinde Altleiningen gehört. Im Jahr 2000 wurde die Burg vom Deutschen Jugendherbergswerk, dem Land Rheinland-Pfalz und dem Landkreis Bad Dürkheim als Eigentümer für 14 Millionen Mark modernisiert und ist heute eine der attraktivsten Jugendherbergen.
Zwischen 1100 und 1110, auf jeden Fall vor 1120 wurde das Stammschloss der Leininger Grafen von Graf Emich erbaut und später erweitert. Die Burg steht auf dem Taubersberg, etwa 70 Meter über der Sohle des Leinbach- oder Eckbachtales. Als Altleiningen wurde sie 1242 bekannt, als acht Kilometer östlich eine neue Residenz, Neuleiningen, von einer jüngeren Leininger Linie errichtet wurde. Die Leininger Grafen, das "Uradelsgeschlecht der Pfalz", regierten insgesamt bis 1798 in der Pfalz, ehe französische Truppen die Leininger Herren ins Rechtsrheinische vertrieben.
Die Burg Altleiningen war bis Ende des 13. Jahrhunderts Wohnsitz der Grafen. Aber auch die Grafen von Sponheim und Nassau waren Mitbesitzer. Bei der sog. Leiningischen Teilung fiel die Festung 1317 an die Linie Leiningen-Dachsburg. Kaiser Friedrich IV. ließ die Wehranlage für den zum Landgraf erhobenen Hesso 1444 ausbauen. Dessen Schwager Graf Reinhard von Westerburg erbte und begründete die Linie Leiningen-Westerburg (der letzte dieser Grafen starb 1994).
Im Bauernkrieg 1525 wurde die Burg zerstört und eingeäschert. Dabei verbrannten leider auch große Teile des Leininger Archivs. Ab 1532 begann der Wiederaufbau, mit angeblich so vielen Fenstern wie das Jahr Tage zählt". Den 30jährigen Krieg überstand die Burg relativ schadlos, diente oft der Bevölkerung der Umgebung als Zuflucht. Die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg sprengten 1690 die Verteidigungsanlagen und den Ostflügel. Lange Zeit blieb Altleiningen Ruine und wurde erst in den 1960er Jahren vom ehemaligen Landkreis Frankenthal teilweise wieder errichtet.
Fast 190 Meter lang und 100 Meter breit thront die Festung über dem Tal. Entsprechend der Bergform hat die Hauptburg einen dreieckigen Grundriß, dazu kommt eine rechteckige weitläufige Vorburg, die vermutlich ein Turnierplatz war. Mehrgeschoßige Gebäude bilden das Hauptwerk. Reste der Schildmauer sind erhalten. Brücke und Tor sind später neu aufgebaut.
Am Südende sticht die Ruine eines Eckturins ins Auge. Hier ist der ältere Südbau mit Buckelquadern und spitzbogigen Fenstern zweigeschoßig angelehnt. Unter diesem ältesten Teil der Burg befindet sich der riesige Keller. Westlich schließt sich ein ebenfalls unterkellerter Wohnbau an (16. Jahrhundert), der die 365 Fenster besessen haben soll. 157 lassen sich heute nachweisen. Wie er war auch der nördliche Bau flach gedeckt, alles hatte im Zuge der Modernisierung wieder ein Satteldach erhalten. Die beiden Schloßflügen sind durch einen Mittelbau (1620) verbunden, in dem das Treppenhaus untergebracht ist.
Im Rittersaal sind heute Veranstaltungen oder er ist Speisesaal für die Kinder der Schullandheimaufenthalte und der Jugendherberge. Einen Namen haben sich die Burgspiele gemacht (jeweils von Mitte Juni bis Ende August), es sind Aufführungen der Altleininger Theatergruppe. Sie werden ebenso gerne besucht wie die Veranstaltungen und Turniere des Reitvereins nahe der Burg.
Mit dem Umbau und Sanierung der Burg entstand auch ein Bistro, das nicht nur den zu beherbergenden Gästen zur Verfügung steht, sondern dessen Betreiber sich auch über Wanderer freuen, die hier rasten wollen.
Informationen:
Burg Altleiningen
67317 Altleiningen
Tel.: 06356/1580
Veranstaltungstermine/Führungen:
c/o Verbandsgemeindeverwaltung
Hauptstraße 45
67310 Hettenleidelheim
Tel.: 06351-405-0
Fax.: 06351-405-189
eMail: Verwaltung@VG-H.de
Internet: www.vg-h.de
Weitere Informationen finden Sie auch unter www.leiningerland.com.

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