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Burg und Dorf Neuleiningen, malerisch auf dem Gipfel eines Hügels gelegen, der dem nördlichen Haardtrand (Pfälzerwald) bei Grünstadt vorgelagert ist, fallen dem Reisenden schon von der Autobahn A 6 (Saarbrücken-Mannheim) her auf. Geprägt wird diese Burg (erbaut von 1238 bis 1241 und bereits 1242 "liningen novum" genannt) von runden Ecktürmen, die bei anderen salischen oder staufischen Burgen nicht zu finden sind. Eindeutig liegen der Burganlage burgundische Merkmale zugrunde. Als Bauherr gilt Graf Friedrich III. von Leiningen.
Die noch im 15. Jahrhundert als eine der stärksten Burgen der Pfalz geltende "Neuleiningen" über der gleichnamigen kleinen Stadt (Stadtrechte seit 1354) war 1370 von Graf Hesso von Leiningen-Dagsburg zur Festung ausgebaut und modernisiert worden. Die Burg hatte unterschiedliche Besitzer und ein wechselvolles Schicksal. 1308 war sie Lehen des Bistums Worms, 1371 kam ein Teil der Anlage an die Grafen von Leiningen-Dagsburg. Nach Aussterben dieser Seitenlinie sicherte sich Graf Emich VII. 1467 auch diesen Bereich. Nicht einverstanden waren die Lehnsherren in Worms und versicherten sich beim erfolgreichen Feldzug der Hilfe des Kurfürsten Friedrich I., der so die halbe Burg bekam. 1508 wurden diese Teile wieder an die Leininger abgetreten, die sich die Verwaltung mit den Wormsern teilten.
Den Bauernkrieg 1525 überstand die Wehranlage. Der Sage nach soll Gräfin Eva die Burg gerettet haben, indem sie die Bauern bewirtete. Auch der 30jährige Krieg hinterließ nur wenige Spuren. Französische Truppen zerstörten 1690 die Grafenburg. Seit 1941 ist sie Eigentum der Gemeinde Neuleiningen auf Grund einer Schenkung des Fürsten Emich in Amorbach (Odenwald).
Der Burgberg erhebt sich etwa 100 Meter über den Eingang des Leininger Tals und somit rund 260 Meter über NN. Die Burg entstand auf dem höheren Nordteil des Gipfels. Der terrassenförmige Ort ist vorgelagert. Die Vorburg wurde im 15. Jahrhundert der hochmittelalterlichen Hauptburg angegliedert (sie ist heute Parkplatz). Die Burgkapelle, die heutige Pfarrkirche St. Nikolaus, war früher innerhalb der Vorburg. Von der Grafenkapelle stammt noch das Schiff, das im 15. Jahrhundert erweitert wurde.
Vom Pallas der Kernanlage hat der hohe Nordgiebel mit Erker und spitzbogigen Fenstern die Zeitläufte überstanden. Gut erhalten von der Hauptburg ist der gewaltige Keller, in dessen Tonnengewölbe heute eine Gaststätte untergebracht ist. Am interessantesten für den Kunsthistoriker sind die dreiviertelrunden Ecktürme, aus kampftaktischen Gründen je 40 Meter auseinander, die durch starke Ringmauem verbunden sind. Ein ausgesprochener Bergfried fehlt in dieser Anlage.
Der Ort mit lediglich fünf Längsstraßen, untereinander durch Treppen verbunden, steht innerhalb der alten Stadtmauer komplett unter Denkmalschutz. Die Bewohner haben viele Häuser - meist mit Eigenmitteln - liebevoll restauriert, das überall sichtbare Fachwerk lässt die Augen der Besucher immer wieder entzückt aufleuchten. Mehrfach gewann Neuleiningen Preise im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden", auch 1980 den Titel "Schönstes Dorf der Deutschen Weinstraße" und 1987 eine Silbermedaille auf Bundesebene. Die charakteristische Silhouette auf dem Burggipfel gilt als Aushängeschild des Leiningerlandes.
Informationen:
Burg Neuleiningen: Führungen nach Anmeldung unter
Tel.: 06359/83173 oder 2710, 1510 und 1579
Internet: www.neuleiningen.de

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