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In Erfenstein im Elmsteiner Tal, mit eigenem Bahnhof an der Strecke des "Kuckucksbähnels" gelegen, findet man die der Stadt Neustadt an der Weinstraße gehörende, teilweise restaurierte Burg Spangenberg. Ihr gegenüber befindet sich die Ruine Erfenstein und etwa zwei Kilometer weiter die Ruine Breitenstein. Wer das Auto an der Bahnstrecke auf dem Parkplatz lässt oder aus dem "Kuckuck" aussteigt und den etwa zehnminütigen Weg nach oben nicht scheut, den erwartet hier eine urige Burgschänke mit deftigen Pfälzer Spezialitäten.
Direkt an der ehemaligen Grenze der Ländereien zwischen Fürstbistum Speyer und Leininger Grafen, am Speyerbach, legten die Bischöfe ihre Burg um 1100 an. Sie diente als Grenzburg hauptsächlich dem Schutz der bischöflichen Waldungen. Die Burgherren, meist Angehörige des "niederen Adels", erhielten die Burg als Lehen. Ein Geschlecht "von Spangenberg" hat es nie gegeben. Erster urkundlicher Nachweis: 1317 überläßt Bischof Emich die Anlage dem Ritter Dieter Zoller als Erblehen - mit Wäldern, Wiesen, Weiden und Wasserrechten. Aus dem Jahr 1366 gibt es eine Urkunde, worin Kaiser Karl IV. den Besitz des Hochstifts Speyer bestätigt. Pferdezucht war die Hauptaufgabe der hier eingesetzten Beamten.
Ungewöhnlich in der Reihe der Lehensträger ist das Auftreten eines Juden aus Speyer namens Kaufmann (1385), der zusammen mit dem Mainzer Dornherrn für sechs Jahre mit der Feste belehnt wurde. Aus 1431 ist überliefert, dass Eberhart von Sickingen hier zwar jagen, aber kein Holz schlagen durfte.
Im Krieg von Kurfürst Friedrich I. mit den Leiningern wurde 1470 die Spangenburg zerstört - möglicherweise als Vergeltung für die Brandschatzung der leiningischen Burg Erfenstein durch die Kurpfälzer. Bischof Ludwig von Speyer ließ die Burg zu Beginn des 16, Jahrhunderts als Verwaltungssitz für ein Gestüt wieder aufbauen, das dort angelegt wurde, nachdem der strategische Wert der Burg stark zurückgegangen war. Die Pferde dienten für den Kurierdienst zwischen der Domstadt Speyer und der Residenz Udenheim (heute Philippsburg). Im 30jährigen Krieg (1621) gingen Gestüt und Burg unter, endgültig im Pfälzischen Erfolgekrieg 1698.
In drei Teile lässt sich das Bauwerk gliedern: Die Oberburg, auf einem 30 Meter hohen Sandsteinfelsen thronend, ist der älteste Teil. Erhalten sind Schildmauer und Südwand des dreigeschoßigen Wohngebäudes, des Palas, der mit seinen gotischen Fenstern das Landschaftsbild in dem engen Tal prägt. In der Mittelburg schützte eine weitere Schildmauer vor Angriffen von der östlichen Bergseite. Die Unterburg, nördlich zu Füßen des Felsens gelegen, stammt aus dem späten Mittelalter. Hier entstand 1979/1980 auf historischem Grundriss die eingangs erwähnte Burgschänke, von einem rührigen Verein aufgebaut.
Erhalt und Aufsicht über die Ruine obliegt dem Verein "Burg Spangenberg", 1971 von einer Erfensteiner Bürgerinitiative gegründet. Ihm ist zu verdanken, daß aus einer einsturzgefährdeten Ruine ein attraktiver Treffpunkt für Burgen- und Wanderfreunde wurde. Diesem Zweck dient auch der 1994 eröffnete Drei-Burgen-Wanderweg, der die Ruinen Spangenberg, Erfenstein und Breitenstein verbindet, unter Einschluss des Stutgartens. Die Stadt Neustadt an der Weinstraße und das Land Rheinland-Pfalz engagierten sich finanziell am Ausbau der Unterburg.
Eine Besonderheit auf Burg Spangenberg ist das Kräutergärtlein in der Mittelburg, aus dessen Pflanzen ein spezieller Willkommenstrunk gebraut wird, die aber auch zum Abschmecken der Speisen Verwendung finden. Jährlich zu "Himmelfahrt" und am Wochenende davor findet das traditionelle Burgfest statt.

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