Burgruine Erfenstein

Burgruine Erfenstein bei Esthal - Die Sage von der "Ledernen Brücke"

Eine lederne Brücke soll einst der Sage nach die Burg Erfenstein mit der gegenüberliegenden Burg Spangenberg verbunden haben. Manche Quellen sprechen von Brüdern, andere von Waffengefährten, jedenfalls war ihre Liebe zueinander so groß, dass sie sich zum Brückenbau entschlossen, um bei ihren täglichen Besuchen nicht den anstrengenden Weg durch die Talaue nehmen zu müssen. Die Freundschaft ging so lange gut, bis sie eines Tages auf der Spangenberg in Streit gerieten. Als der Erfensteiner sein Schwert zücken wollte, musste er zu seinem Schrecken feststellen, daß er es nicht bei sich hatte. Eilig machte er sich auf den Heimweg, doch als er die Brückenmitte erreicht hatte, kappte der Spangenberger die Lederriemen - der Streit war gelöst. Diese Sage hat einen historischen Hintergrund, gehörte doch Spangenberg dem Speyerer Fürstbischof und Erfenstein den Leininger Grafen.

Wann und durch wen die Burg gegründet wurde, ist unbekannt. Es muss so um 1250 gewesen sein, nachdem 1272 die erste Urkunde über einen Ministerialen berichtet, dessen Geschlecht die Burg bewohnte (Bock von Erfenstein). Gründer könnten die Grafen von Leiningen gewesen sein, auf deren Territorium Erfenstein lag. Zweck war die Sicherung der umfangreichen leiningischen Waldbestände in der Umgebung.

Die neuere Anlage

Die Burg besteht aus zwei Teilen: Alt-Erfenstein und Neu-Erfenstein, wobei heutzutage unter Erfenstein nur die neuere Anlage verstanden wird. Von der älteren Anlage, oberhalb von Neu-Erfenstein gelegen, ist kaum noch etwas erhalten: der mit Schutt größtenteils verfüllte Halsgraben neben wenigen Buckelquadem eines ehemals quadratischen Bergfriedes auf einem acht Meter hohen Felsen. Weitere geringe Mauerreste sind auf umliegenden Sandsteinfelsen zu finden, die einst das Burgareal von Alt-Erfenstein bildeten.

Reste der Ringmauer

Besser überlebt hat die jüngere, tiefer gelegene Anlage, nachdem Alt-Erfenstein aufgegeben worden war. Blickfang ist hier der fast vollständig erhaltene Bergfried mit seinem hochgelegenen Eingang auf der Ostseite. Besonders schön ist von hier aus der freie Blick auf die gegenüberliegende Burg Spangenberg. Daneben sind Reste einer Ringmauer vorhanden. Auch sind rechteckige Höhlungen erkennbar, die eine Stockwerkeinteilung verdeutlichen. Alt- und Neu-Erfenstein sind durch einen weiteren Halsgraben voneinander getrennt. Am Fuße des Sandsteinfelsens mit Neu-Erfenstein breitete sich früher eine Unterburg aus. Hier sind noch weniger Reste zu entdecken.

Seit 1470 Ruine

Über Vererbungen und Teilungen gehörte die Burg verschiedenen Linien der Leininger (Hardenburg und Rixingen); bis 1345 blieb die Burg mit dem Dorf Esthal bei Letzteren. Danach wurde die Wehranlage in eine Ganerbenburg umgewandelt. Der mächtigste Adlige, der in dieser Zeit ein Öffnungsrecht erwarb, war Kaiser Karl IV. Nach vielen Streitigkeiten unter den Mitbesitzern gelangte die Burg 1415 an die Grafen von Sponheim, die sich daran aber nur 22 Jahre erfreuen durften, weil dann die Familie ausstarb und der Besitz an Leiningen-Hardenburg zurückfiel. 1470 wurde die Burg als Folge der Weißenburger Fehde durch Kurpfälzer Truppen zerstört. Seitdem ist die Erfenstein Ruine.


Informationen:
Verbandsgemeinde Lambrecht (Pfalz)
Sommerbergstraße 3
67466 Lambrecht
Tel.: 06325/181-0
Fax: 06325/181-200
E-Mail: info@vg-lambrecht.de
Internet: www.vg-lambrecht.de
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