Burgruine Wachtenburg

Höchste Weinstube der Pfalz - Das Wahrzeichen Wachenheims

Burgruine Wachtenburg

Ursprünglich hieß die teilweise restaurierte Ruine südlich von Bad Dürkheim auch Wachenheim, wie die darunterliegende Wein- und Sektstadt, was eine Chronik aus dem 15. Jahrhundert bestätigt. Erst im 17. Jahrhundert tauchten auch als Bezeichnung Geyersberg und Wachtenburg auf. Rund 7000 Quadratmeter Fläche umfaßt die Gesamt-anlage, in der sich heute auch die höchstgelegene Weinstube der Pfalz befindet. Die Längsachse misst 76 Meter, die mittlere Breite 43 Meter. Die Sanierung und Pflege hat der engagierte "Förderkreis zur Erhaltung der Ruine Wachtenburg e.V." übernommen.

Im 12. Jahrhundert erbaut

Die Erbauung im 12. Jahrhundert wird entweder Kaiser Konrad II. oder Friedrich I. zugeschrieben. Der Bergfried war zunächst Wohn- und Verteidigungsbau. Später kamen östlich Palas und Burgkapelle dazu sowie die Dienst- und Wirtschaftsgebäude.

Im 12. Jahrhundert gehörten Burg und Ort Pfalzgraf Konrad (einem Halbbruder von Friedrich I.), der sie den mächtigen nordpfälzischen Geschlecht von Bolanden (Herrschaft bis ins späte 13. Jahrhundert) als Lehen gab. Erster Bolander war 1240 Burkhart von Wachenheim. König Rudolf von Habsburg kaufte 1274 die Wachtenburg zurück und gab sie seinem Schwiegersohn Pfalzgraf Ludwig Il. als "Morgengabe".

Die Pfalzgrafen

Die Pfalzgrafen, die pfälzischen Wittelsbacher, behaupteten mit kurzen Unterbrechung ihren Besitz. 1277 wurde Graf Emich IV. von Leiningen-Daxburg zum Burggrafen berufen. Kaiser Ludwig "der Bayer" verpfändete 1320 Wachenheim an König Johann von Böhmen, der sie 1324 an Jakob von Wachenheim zum Lehen gab. 1329 kam Wachenheim im Vertrag von Pavia an die Pfalzgrafen Rudolf II. und Ruprecht I. 1341 bekam Wachenheim die Stadtrechte und durfte befestigt werden. Ab 1410 kam hier die herzoglich Zweibrücker Linie zu Eigentum.

Untergang 1471

Die Kämpfe mit der Kurpfalz brachten den Untergang der Burg Wachenheim. 1470 hatte Kurfürst Friedrich I. Stadt und Burg eingeschlossen; die Burg wurde ein Jahr später genommen und ausgebrannt. Sie wurde in der Folge nur wenig ausgebessert, dafür die Mauern der Stadt auf den neuesten Stand gebracht. Im Bauernkrieg 1525 nisteten sich auf der Burg Bockenheimer Bauern ein.

Auch "Geyersburg"

Das neue Burglehen ging von 1593 bis 1717 an die Familie von Geiersberg, weshalb die Ruine auch Geiersburg oder Geyersburg genannt wird. 1621 erreichte der 30jährige Krieg Wachenheim, spanische Truppen blieben bis 1631. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg demolierten französische Truppen 1689 die Burg gänzlich, als der Begrfried gesprengt wurde.

Der Stadt übereignet

Nun kam das Lehen an die Grafen von Sickingen. Graf Franz Anton, der letzte Sickinger, verkaufte die Burg 1796 an die Wachenheimer Familie Kunz. Zahllose Besitzer finden sich bis 1884 in den Urkunden, ehe die Burgruine an Dr. Albert Bürklin in Karlsruhe ging. Die Familie Bürklin war 100 Jahre Eigentümer und übereignete die Burg 1984 der Stadt Wachenheim.

Turm mit fünf Geschossen

Die Wachtenburg besteht aus einer oberen Kernanlage und der jüngeren Unterburg. Die "obere Burg" wird von einer Ringmauer mit fünf Türmen aus dem 13. Jahrhundert umgeben. Zu ihr führte nur ein Reiterpfad. Der Zugang vom Berg führte über eine Zugbrücke. Der rechteckige Bergfried war Verteidigungs- und Wohnanlage gleichermaßen. Dem fünfgeschoßigen Turm, der heute das Wahrzeichen von Wachenheim ist und an den sich zu beiden Seiten die Schildwand anschließt, fehlt seit 1689 die Rückwand. Mit Türmen versehene Mauern ziehen sich den Hang hinunter zur "unteren Burg", dem Haus des Burggrafen, und zur Stadt.


Informationen:
Burgruine Wachtenburg
Eigentümer: Stadt Wachenheim
Pächter: Förderkreis zur Erhaltung der Ruine Wachtenburg e.V.
67153 Wachenheim an der Weinstraße

Führungen nach Vereinbarung
Tel.: 06322/95 800

Burgschänke Wachtenburg:
Gisela und Albert Schattner
Tel.: 06322/64656

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