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Ein besonderes Erlebnis für die ganze Familie ist im Sommer eine Fahrt mit dem Museumszug "Kuckucksbähnel". Sie ist 1984 die erste Museumsbahn in Rheinland-Pfalz gewesen. Ihre Strecke geht von Neustadt an der Weinstraße über Lambrecht bis nach Elmstein mitten im romantischen Pfälzerwald.
Eine Reise in die Vergangenheit, in Wagen aus der Länderbahnzeit und mit der Dampflokomotive von 1910, beginnt im Hauptbahnhof Neustadt an der Weinstraße auf Gleis 5, nahe dem Eisenbahnmuseum. Die Strecke führt zunächst westlich bis Lambrecht über die frühere Pfälzische Ludwigsbahn, heute Teil der Fernverbindung Mannheim-Saarbrücken-Paris. Vorbei am Neustadter Freibad, und den höchsten Neustadter Erhebungen Bergstein (384 m) und Königsberg (420 m) fährt der Zug durch den 332 Meter langen Wolfsbergtunnel.
Wieder im Tageslicht, passiert die Bahn in Fahrtrichtung rechts das "Nonnental" und einen Teil des Lindenbergtals mit der Waldgemeinde Lindenberg. Zur Linken schaut der Reisende auf das frühere Tuchmacherstädtchen Lambrecht mit der wuchtigen Klosterkirche St. Lambertus (1316).
Nach kurzem Halt geht es dann südwestlich nach Frankeneck (siehe auch Papiermuseum). Hier ist der Eingang zum Elmsteiner Tal, hier trennen sich die Bahnlinien; es sind noch elf Kilometer nach Elmstein. Außerdem verlässt das "Kuckucksbähnel" hier die Schienen der Deutschen Bahn AG. Die nächste Fahrt geht über Schienen, die von der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte betreut werden.
Etwa 2,5 Kilometer nach dem Bahnhof Lambrecht ist der Zug auf der eigentlichen Museumsstrecke. Nach 3,3 Kilometern sind die Reisenden am ehemaligen Bahnhof Esthal, der ohne Halt durchfahren wird. Ein kurzer Halt erfolgt in Erfenstein, sozusagen zwischen den Burgruinen Erfenstein und Spangenberg. Der Reisende kann auch hier aussteigen, die Spangenburg erklimmen und mit einem späteren Zug weiterfahren.
Am Speyerbach entlang geht die Reise bis Breitenstein, wo nahe des historischen Forsthauses (Gaststätte) wieder angehalten wird. Hier kann, erstmals nach Einstellung 1909, seit Mai 1996 wieder die Holztrift auf dem Speyerbach beobachtet werden. Das gemauerte Bachbett des Breitenbachs weist unschwer darauf hin. Auf der rechten Seite des Zuges erkennt man die Ruine Breitenstein.
Nach weiteren 1,5 Kilometern hält die Bahn in Helmbach, wo viele Passagiere gerne den Zug verlassen und zum nahen Helmbachweiher wandern; der Landkreis Bad Dürkheim hat hier Badegelegenheit und Spielplatz geschaffen sowie Grillplätze angelegt. In der starken Steigung nach Helmbach gerät die Lok "ins Schnaufen". Gleich darauf kommt der Elmsteiner Ortsteil Appenthal in Sicht mit seinem gotischen Turmrelikt (16. Jahrhundert). Wenig später ist der Zug am Bahnhof Elmstein, wo der "Lokschuppen" ein gern besuchtes Restaurant ist. Das "Kuckucksbähnel" muß hier rangieren, die Lok sich erholen, Wasser und Kohlen fassen für die Rückfahrt.
An Fahrzeugen bietet das "Kuckucksbähnel", das auch von Gruppen (z. B. Betriebsausflüge) bestellt werden kann, Lokomotiven und Wagen aus der Länder- bzw. Reichsbahnzeit. So eine preußische Lok der Bauart T 3 mit 290 PS aus dem Jahr 1910. Die Lok "Speyerbach" ist eine T3-ähnliche ehemalige Industrielokomotive mit 420 PS, gebaut 1904. Dazu wartet eine Diesellok V 36 127 mit Stangenantrieb und Voith-Turbogetriebe, 1941 in Berlin gebaut. Die Personenwagen der 3. bzw. 2/3. Klasse gehörten der ehemaligen Württembergischen Staatsbahn (Baujahre 1901, 1902 und 1909).
Zur Verfügung steht ein Preußischer Nebenbahn-Personenwagen, 4. Klasse, von 1891. Aus dem Jahr 1921 datiert der Reichsbahn-Abteilwagen 4. Klasse. Die beiden vierachsigen Plattformwagen stammen von 1945. Und der "Clou": ein ehemaliger Nebenbahn-Packwagen von 1902 wurde zur Museums-Schänke" umgerüstet.
Ende des 19. Jahrhunderts war der Bau dieser Strecke ins Auge gefasst worden - auch weil die Holzfuhrwerke aus dem Elmsteiner Tal schlecht zum etwas hoch gelegenen Bahnhof Lambrecht kamen. Der Bau begann schließlich 1907, die erste Fahrt war 1909. In den folgenden Jahren erfreute sich der "Kuckuck" großer Beliebtheit. Bis 1960 erst der Personenverkehr auf dieser Strecke und 1977 der Güterverkehr eingestellt wurde. Dem Einsatz von Walter Bernius, dem damaligen Besitzer des "Lokschuppens", ist es zu danken, daß die Schienen nicht herausgerissen wurden.
Die Politik half mit: Kreis Bad Dürkheim, Verbandsgemeinde Lambrecht und Stadt Neustadt an der Weinstraße kauften "Kuckucks"-Fahrten Gelände und Strecke der Talbahn; die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (DGEG) mit dem Eisenbahnmuseum in Neustadt stellte Fahrzeuge und Personal - auch die Deutsche Bundesbahn (heute DB AG) arbeitete partnerschaftlich an dem Projekt mit. Es gründete sich ein Förderverein von Eisenbahnfreunden - und nach vielen freiwilligen Arbeitsstunden konnte 1984 die "Kuckucksbahn" wieder über die Schienen dampfen.
Informationen:
Museumszug "Kuckucksbähnel"
Neustadt-Lambrecht-Elmstein
Informationen zu Fahrplan und Sonderfahrten
Tel.: 06321 - 30390 (Di. bis Fr. 9-13 Uhr) .
oder im Internet unter www.eisenbahnmuseum-neustadt.de.

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