„Auch an kleinen Krankenhäusern muss geimpft werden“

Landrat kritisiert Impfstrategie des Landes

 

Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld kritisiert die Impfstrategie des Landes Rheinland-Pfalz. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern, die Kontakt zu Corona-Patienten haben, seien noch nicht geimpft. Diese hätte das Land mit der Impfung vorziehen müssen – auch in kleinen Häusern wie in Grünstadt und Bad Dürkheim.

„Nicht nur die Impfungen in den Impfzentren sind gegenwärtig im ganzen Land ins Stocken geraten, auch bei den Impfungen in den Krankenhäusern geht es nicht voran“, sagt Ihlenfeld. Für den Landkreis Bad Dürkheim bedeutet das, dass am Kreiskrankenhaus Grünstadt und im Krankenhaus der Diakonissen in Bad Dürkheim noch keine Impfung des Personals stattgefunden hat: Obwohl beide Häuser längst ihren Bedarf beim Land angemeldet haben und bereit sind. Impfstoff sei aber bisher keiner geliefert worden und so konnten bislang vor allem die Ärzte und Pflegekräfte, die mit Covid-19 infizierten Patienten in Kontakt stehen, noch keine Erstimpfung erhalten. „Gerade für sie wäre eine Impfung essentiell. Stattdessen wissen wir von anderen Krankenhäusern, dass dort auch Personal geimpft wurde, das keinen unmittelbaren Kontakt zu Corona-Patienten hat.“

Ihlenfeld kritisiert, dass Rheinland-Pfalz sich im Januar bei den Impfungen an die Spitze der Bundesländer katapultiert hat, indem in kurzer Zeit viele Erstimpfungen gesetzt wurden: in den Impfzentren und großen Krankenhäusern. Die kleinen Krankenhäuser blieben dabei auf der Strecke. „Es war vor allem eine Leistung der Kommunen, dass sehr schnell Impfzentren aus dem Boden gestampft werden konnten. Und natürlich waren wir froh, unseren Kreisbürgerinnen und -bürgern schon Anfang Januar eine Impfung anbieten zu können. Aber durch die Fehlplanung des Landes ging diese Verteilung der begrenzten Impfdosen zulasten der Bürger, deren Termine verschoben wurden, und der kleinen Krankenhäuser.“ Denn das Land habe keinen Impfstoff für die Zweitimpfungen zurückgelegt, weshalb jetzt Erstimpfungen in den Impfzentren verschoben werden mussten und viele Krankenhäuser immer noch warteten. „Für die beiden kleineren Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung in unserem Landkreis stehen jetzt tatsächlich keine Impfmengen zur Verfügung“, sagt Ihlenfeld.

Die Lieferung von Impfstoff an die Krankenhäuser erfolgt durch das Land direkt. Zunächst wurde an den Krankenhäusern der Maximalversorgung geimpft. „Dort ist man großzügig verfahren und hat nicht nur unmittelbar am Patienten stehende Ärzte und Pflegekräfte geimpft, sondern auch das weitere Personal. Wir wissen von Impfungen in den Verwaltungen und von Auszubildenden in den großen Krankenhäusern. Dies ist fatal. Denn die Ärzte und Pflegekräfte in den kleineren Krankenhäusern gehen zunächst einmal leer aus. Die Gefährdung dieses Personenkreises ist evident“, sagt der Landrat.

Er fordert die rheinland-pfälzische Landesregierung auf, die Impfungen in den kleineren Krankenhäusern sofort fortzusetzen: „Es geht um die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten in den Krankenhäusern, aber auch darum, die medizinische Versorgung in den Häusern durch weitere Ansteckungen des Personals nicht zu gefährden.“

 

(03.02.21)

 
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