DÜW - Journal Aktuell
Behördennummer 115
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Gemeinsamer Weg für Qualität in der Kita

Tandems der zertifizierten Kitas mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Claus Potje (2.v.li.)

„Qualitätsentwicklung im Diskurs“: Die ersten fünf Kitas im Kreis wurden zertifiziert

 

Was bieten wir an? Was machen wir gut? Wo können wir uns verbessern? „Qualitätsentwicklung im Diskurs“ (QiD) ist ein Ansatz, die Qualität in Kindertagesstätten systematisch zu verbessern und diese selbst zu kontrollieren. Seit rund eineinhalb Jahren können die kommunalen Kindertagesstätten im Kreis mitmachen, das Kreisjugendamt koordiniert und unterstützt. Fünf Kitas haben den Prozess erfolgreich durchlaufen. Beim zweiten Fachtag für die Teilnehmer am 15. November in Bad Dürkheim gratulierte der Erste Kreisbeigeordnete Claus Potje zu dieser Leistung.

Zentraler Punkt bei QiD ist der Diskurs zwischen Erzieherinnen und Erziehern, Einrichtungsleitung, Trägervertretern und Eltern. Um gemeinsam systematisch die Qualität zu steigern, wird mit vorgegebenen Bausteinen gearbeitet. Die Kita Pusteblume aus Wachenheim hatte sich den Baustein „Gestaltung der Übergänge“ vorgenommen. Vom Elternhaus in die Krippe in die Kita in die Schule in den Hort – wie können wir diese Wechsel noch besser gestalten? Die Einrichtung war begeistert vom Thema und ist nach einem Jahr überzeugt: „Wir können uns gut weiterentwickeln.“ Nicole Eisenbeis, Nicole Diemer und ihr Team von der Kita Löwenzahn aus Kirchheim hatten sich der „Familienorientierung“ gewidmet. „Unsere Frage im Team war vor allem, wie wir die Eltern miteinbeziehen. Was läuft schon gut, was könnte besser sein?“ Besonders freuen sie sich über die große Unterstützung der Ortsgemeinde als Träger und der Eltern. Als nächsten Punkt möchten sie das Thema Sozialraumorientierung und Vernetzung angehen: mit anderen Kitas austauschen und neue Perspektiven einnehmen. „QiD ist immer ein Prozess, wir wollen nicht stehenbleiben.“ Dieselbe Überschrift – nämlich „Familienorientierung“ – hat sich auch die Kita Grashüpfer aus Laumersheim für ihre Überlegungen gegeben. „QiD gab uns ganz viel Zeit zum Reflektieren. Wir waren unzufrieden mit unserer Familienarbeit, haben aber gemerkt, dass wir schon ganz viel machen. Wir sehen es jetzt positiv und bekommen viele gute Rückmeldungen von den Eltern.“ Das Haus des Kindes in Grünstadt widmete sich dem Baustein „Erziehungs- und Bildungspartnerschaften“. Markus Schubert berichtet: „Wir geben den Kindern viel Raum. Wir wollten den Eltern ebenso Raum geben – wortwörtlich – und haben einen Raum für Elterngespräche geschaffen. Außerdem bieten wir jetzt Hospitationen für Eltern an, die einen Tag den Alltag ihres Kindes bei uns erleben können.“ Manuela Espenschied von der Kita „An der Bach“ in Freinsheim zeigt, wie vielfältig die Interpretation der einzelnen Bausteine sein kann. Auch ihre Kita beschäftige sich mit „Erziehungs- und Bildungspartnerschaften“, setzte den Fokus aber auf die Vielfalt und Veränderung von Familienkonstellationen. „Wir möchten die Eltern im Familienleben mehr unterstützen. Darum haben wir unseren Aufnahmefragebogen überarbeitet, um besser herauszufinden, was die Eltern brauchen. Wir haben mehrere Ordner entwickelt, um Infos zu Unterstützungsmöglichkeiten bei Bedarf schnell griffbereit zu haben. Darunter einer mit Bildern, für die Verständigung mit Familien mit Migrationshintergrund. Auch Kontakte zu Dolmetschern haben wir aufgebaut.“

Methoden selbstständig anwenden

Es sei eine große Leistung, den Prozess komplett zu durchlaufen, erklärte Marina Swat vom Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit Rheinland-Pfalz (IBEB). „QiD ist eine Entwicklung, es geht immer weiter.“ Das IBEB begleitet den QiD-Prozess, damit die Kitas effektiv und strukturiert herausfinden können, welche Angebote es bereits gibt, was die weiteren Bedürfnisse sind und um dies auch festzuschreiben und umzusetzen. Zur Steuerung werden in den Kitas Tandems gebildet aus Leitung und pädagogischer Fachkraft. Die Tandems aus je fünf Kitas bilden eine Regionalgruppe, die sich fünf Mal im Jahr trifft. In diesen Arbeitstreffen bekommen sie von einem ausgebildeten Prozessbegleiter praktische Hinweise, Methoden und Materialien, um die Themen anschließend im eigenen Team aufzuarbeiten. In den Kitas findet ein regelmäßiger Austausch im Tandem und mit dem gesamten Team statt. Daneben gibt es einmal jährlich einen Fachtag, zu dem alle beteiligten Kitas eingeladen sind, mit Vorträgen und dem Austausch in kreisweiter Runde. 22 Einrichtungen aus dem Landkreis Bad Dürkheim arbeiten momentan mit dem QiD-Ansatz. Nach einem Jahr erhält die Kita ihr QiD-Zertifikat, das vier Jahre gültig ist – so wie jetzt die Kitas Pusteblume, Löwenzahn, Grashüpfer, Haus des Kindes und An der Bach. Weitere Bausteine können sich anschließen, der Prozess muss also auch für diese Kitas noch nicht abgeschlossen sein. Allerdings endet nach einem Jahr für sie die Betreuung durch das IBEB – die erlernten Werkzeuge können sie nun selbstständig einsetzen. „Unterstützung erhalten sie weiterhin von uns als Fachberatung“, sagen Caroline Theis und Stefanie Jackob von der Kreisverwaltung.

Kreisjugendamt als Koordinator und Unterstützer

Für die Teilnahme ist für jede Kindertagesstätte ein Betrag von 1500 Euro erforderlich. Dieser Betrag wird im Rahmen der Mittelverwendung des ehemaligen Betreuungsgeldes zur Finanzierung von Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität in Kindertagesstätten im vollen Umfang vom Kreis finanziert. Das Kreisjugendamt ist zudem für die Koordination zwischen Trägern, den Einrichtungen und dem IBEB verantwortlich.


(16.11.18)

 
 
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