DÜW - Journal Aktuell
Behördennummer 115
Leben im Landkreis

Informationsbroschüre Landkreis Bad Dürkheim (pdf-Dokument)


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Engagiert für die Menschen der Region

Erster Preis: Förderverein erweiterter Rettungsdienst.

Bürgerpreis 2017 verliehen und Ausstellung eröffnet – erster Preis für „Förderverein erweiterter Rettungsdienst“ Grünstadt

 

Das Kreishaus gehörte an diesem Tag den Ehrenamtlichen: Am Sonntag, 18. März, hat die Kreisstiftung den Bürgerpreis 2017 an besonders engagierte Menschen des Kreises Bad Dürkheim verliehen. Projekte aus Grünstadt, Elmstein und Wachenheim wurden geehrt. Für einen festlichen Rahmen sorgte außerdem die Vernissage mit Druckgrafiken von Eva Haussner, die sich ebenfalls ehrenamtlich einbringt.

„Die Stiftung hat seit ihrer Gründung rund 770.000 Euro ausgeschüttet. Dies ist eine Größenordnung, die im Landkreis spürbar ist und aus unserer Sicht eine Unterstützung darstellt, die sich sehen lassen kann. Sowohl Kleinstbeträge von 200 bis 500 Euro als auch größere Unterstützung bis zu 20.000 Euro kommen den Vereinen, den Institutionen und damit den Einwohnerinnen und Einwohnern des Landkreises zu Gute“, sagte Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld zu Beginn der Veranstaltung und wies damit auf die Bedeutung der Stiftung des Landkreises für Kultur, Soziales, Umwelt, Bildung, Unterricht und Erziehung hin.

Seit 2008 ist die Vergabe des Bürgerpreises ein fester Bestandteil der Förderung durch die Stiftung. „Der Bürgerpreis ist die Möglichkeit der Stiftung ehrenamtliches Handeln öffentlich zu machen, der nachhaltigen und wertvollen Arbeit im Ehrenamt eine Plattform zu bieten und damit die öffentliche Wahrnehmung zu sensibilisieren für die oft im Hintergrund agierenden ehrenamtlich Tätigen“, so Ihlenfeld.

Auch in diesem Jahr sind wieder viele Vorschläge eingegangen. „Die Vielfalt und die Kreativität in unserem Landkreis sind bemerkenswert. Wir verleihen den Bürgerpreis zum zehnten Mal und jedes Jahr werden unterschiedliche Facetten des Ehrenamtes ersichtlich.“ Der Stiftungsvorstand, der aus dem Kreisvorstand und je einem Vertreter der Kreistagsfraktionen besteht, hat sich für den Bürgerpreis 2017 für Vorschläge aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen entschieden. „Es ist immer wieder schwierig, eine Auswahl aus den Vorschlägen zu treffen. Alle Vorschläge wären es wert gewesen, einen Preis zu erhalten.“

Dritter Platz: Redaktionsteam der Elmsteiner Heimatschrift

Das Redaktionsteam mit dem Ersten Vorsitzenden des Förderkreises Kirchenruine Appenthal e.V., Stefan Herter, mit derzeit sechs Mitgliedern, gibt seit dem Jahr 2000 jährlich eine Heimatschrift heraus. Mit einem Umfang von rund 40 Seiten im Jahr recherchiert das Team Beiträge zur Heimatgeschichte der Ortsgemeinde Elmstein. Die Themen sind sehr breit gefächert und reichen von Anekdoten bis zu wissenschaftlich fundierten Abhandlungen. Die Heimatschrift bildet einen Bogen von der Vergangenheit und der Historie des Dorfes mit seinen kulturellen, geschichtlichen und personellen Veränderungen bis in die Gegenwart mit aktuellen Themen und geplanten Entwicklungen. Die Heimatschrift trägt stark zur Identifizierung mit Elmstein und dem Elmsteiner Tal bei. Auch für „ehemalige“ Elmsteiner, die sich immer wieder auch als Autoren zur Verfügung stellen, bleibt damit die Erinnerung an die „alte Heimat“ wach und stärkt die Bindung zu den örtlichen Wurzeln. Ende 2017 konnte das 25. Heft herausgegeben werden. Der Landrat dankte dem Redaktionsteam für seinen Einsatz zur Förderung der Heimatpflege. Es belegt hierfür den diesjährigen dritten Platz. Dotiert ist der Preis mit 1000 Euro.


Redaktionsteam Elmsteiner Heimatschrift


Zweiter Platz: Freundeskreis Wachenheimer Serenade

Eine andere Facette des ehrenamtlichen Engagements erfüllt der Freundeskreis Wachenheimer Serenade e.V. aus Wachenheim. Für die Organisation anspruchsvoller Musik und der damit verbundenen Erweiterung des kulturellen und touristischen Angebotes im Kreis erhält der Freundeskreis Wachenheimer Serenade e.V. den diesjährigen zweiten Platz. Der Freundeskreis besteht seit 45 Jahren und hat zurzeit rund 200 Mitglieder. Eine Kerngruppe von etwa 17 Mitgliedern, mit dem Vorstand Eckhard Hilgemann, Dieter Poralla, Paul Burger und Robert Schumann, ist aktiv an der Vorbereitung und Durchführung der klassischen Konzerte beteiligt. Die Konzerte präsentieren klassische Musik. In diesem Jahr organisiert der Freundeskreis sieben Konzerte, darunter Auftritte des Kurpfälzer Kammerorchesters, des Neuenheimer Kammerorchesters und des Posaunenensembles Trombando. „Auch auf dem Gebiet der Kunst und Kultur bedarf es eines ehrenamtlichen Engagements, um die Traditionen zu bewahren und die klassische Musik einem breiten Publikum näher zu bringen“, würdigte der Landrat das Engagement des Freundeskreises. Die Konzerte locken im Jahr rund 1600 Besucherinnen und Besucher an und bereichern damit die vielfältigen Aktivitäten der Vereine, Institutionen und Persönlichkeiten im Landkreis. Dies würdigt der Stiftungsvorstand mit dem diesjährigen zweiten Preis, der mit 2000 Euro dotiert ist.


Freundeskreis Wachenheimer Serenade


Erster Platz: Förderverein erweiterter Rettungsdienst, Grünstadt

Ein besonderer Vorschlag hat nach dem Beschluss des Stiftungsvorstandes in diesem Jahr den ersten Preis erhalten: der Förderverein erweiterter Rettungsdienst (FERD) aus Grünstadt. „In allen Bereichen des menschlichen Zusammenlebens und der Vielfältigkeit unserer Gesellschaft spielt die Mitmenschlichkeit, die gegenseitige Hilfe und die Unterstützung in Notsituationen eine große und unschätzbare Rolle“, führte Ihlenfeld aus. „Das Leben beschert uns selbst, unseren Nachbarn oder unserem näheren Umfeld im Freundes- und Verwandtenkreis auch schwierige und krisenhafte Situationen. In Krisensituationen sind wir auf psychologische und menschliche Unterstützung angewiesen, um diese Krisen zu bewältigen, die uns zunächst den ‚Boden unter den Füßen‘ wegziehen.“ Der Förderverein erweiterter Rettungsdienst, stellvertretend mit dessen Vorstand, Michael Feneis, Karl-Ludwig Hauth, Inge Schaumann und Janine Lohmann, arbeitet ehrenamtlich für und über den Landkreis Bad Dürkheim hinaus für die psychosoziale Notfallversorgung der Menschen. Mit etwa 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht er 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr den Menschen in Krisensituationen zur Seite. Im Jahr 2016 leistete er in 98 Einsätzen 754 Stunden Hilfestellung bei Menschen in besonderen Krisensituationen (Verkehrsunfälle, plötzliche Todesfälle, auch Suizid). Bei Überbringung von Todesnachrichten wird die Fachkompetenz des FERD in Anspruch genommen. Weiterer Schwerpunkt ist die Aus- und Weiterbildung von Einsatzkräften für den gesamten Landkreis.

„Wie Sie alle sich vorstellen können, erfordert dieser ehrenamtliche Einsatz nicht nur großes Einfühlungsvermögen und Krisenbewältigungsstrategien, sondern auch ein hohes Maß an Verantwortung und persönlichen Einsatz der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer“, sagte der Landrat. Dieses wichtige und in höchstem Maße anspruchsvolle ehrenamtliche Engagement verdient aus Sicht des Stiftungsvorstandes in diesem Jahr den ersten Bürgerpreis, der mit einem Betrag von 3000 Euro dotiert ist.


Förderverein erweiterter Rettungsdienst


Ausstellung: Druckgrafiken von Eva Haussner

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr, erfolgte auch in diesem Jahr die Verleihung des Bürgerpreises im Rahmen einer Matinee mit Vernissage. Die Künstlerin Eva Haussner aus Bad Dürkheim ist bekannt für ihre facettenreichen Druckgrafiken, die sie mithilfe verschiedener Techniken herstellt. Sie präsentiert in einer Ausstellung eine Auswahl ihrer Drucke der vergangenen Jahre. Die Bilder sind noch bis 30. April im Foyer der Kreisverwaltung zu sehen.

Seit über 20 Jahren engagiert sich Eva Haussner in der Offenen Kreativ-Werkstatt in Bad Dürkheim. „Durch Zufall habe ich dort nach meiner Pensionierung einen Kurs mitgemacht und fand das sehr schön“, erinnert sich die ehemalige Lehrerin. Ebenso zufällig hat sie dann die Druckgrafiken für sich entdeckt: bei einem Galeriebesuch auf Sylt. Nach erfolgreichen Erfahrungen mit der Technik – und einer schnell wachsenden Begeisterung – war für sie klar, dass sie selbst Kurse in der Offenen Kreativ-Werkstatt geben möchte. Dabei verlangt sie kein Honorar, die Einnahmen kommen komplett der Einrichtung zugute. „Ich habe mir damit einen Jugendwunsch erfüllt. Nach dem Abi wollte ich zuerst Kunst studieren, aber dann habe ich mich für etwas ‚Vernünftiges‘ entschieden.“ In Frankenthal unterrichtete die Würzburgerin, die der Liebe wegen in die Pfalz kam, bis 1993 Englisch und Sozialkunde. „Die Kunst kam erst nach der Pension wieder in mein Leben.“ Ihre Arbeit für die Offene Kreativ-Werkstatt bereichere sie, die Zusammenarbeit mit den Menschen mache ihr viel Freude, sagt Haussner. Die Kunst des Druckens beschreibt sie als anstrengend, „aber sehr, sehr spannend“. Sie liebe den Überraschungseffekt: „Je nach Technik arbeite ich mit mehreren Platten. Das Ergebnis auf Papier sieht man erst am Ende.“ Diese Spannung erleben auch ihre Kursteilnehmer, die häufig wiederkommen. Radierung, Holzschnitt, Kartondruck, Aludruck, Siebdruck und mehr – die 86-jährige Eva Haussner hat schon Vieles ausprobiert und in ihren Kursen vermittelt. „Eine Vorliebe habe ich gar nicht. Vielleicht gibt es für mich innerhalb der Techniken Lieblinge. Bei der Radierung liebe ich den Hoch-Tief-Druck. Überhaupt bietet das Radieren die meisten Variationen. Es ist aber auch die schmutzigste und stinkigste Technik.“ 

Neben ihrem Engagement für die Offene Kreativ-Werkstatt hilft Eva Haussner im Krempelstübchen und der Kleiderstube der protestantischen Kirche Bad Dürkheim. Den Erlös ihrer Bilder, die sie im Kreishaus ausstellt, möchte sie der Offenen Kreativ-Werkstatt spenden.

 „Wir freuen uns, dass wir Eva Haussner als Künstlerin für die Bürgerpreisverleihung gewinnen konnten. Im Sinne unserer Kreisstiftung engagiert sie sich seit vielen Jahren für die künstlerische Weiterbildung und ist eine geschätzte Dozentin bei der Offenen Kreativ-Werkstatt. Sie ist aber nicht nur eine engagierte Lehrerin, sondern selbst eine hervorragende Künstlerin. Schön, dass sie unsere Matinee zum Bürgerpreis bereichert“, sagte Landrat Ihlenfeld.

Hans Hess, Vorsitzender des Trägervereins der Offenen Kreativ-Werkstatt, hielt eine Laudatio auf Eva Haussner: „Sie ist immer neugierig und steckt an mit ihrer Begeisterung. Mit ihrer offenen, liebevollen Art passt sie einfach zur Kreativ-Werkstatt.“ Nicht zuletzt seien ihre Arbeiten „handwerklich perfekt“ und sie als Künstlerin inspirierend. Die Leiterin der Kreativ-Werkstatt, Bettina Meier, bedankte sich bei Haussner mit einem herzförmigen „Orden“ für ihr großes Engagement.

Für Musik bei der Martinee sorgte die Band „s’Blech“ mit jazzigen Klängen.

 

Hintergrund:

Die Stiftung des Landkreises

Die im Jahr 2004 gegründete Stiftung des Landkreises Bad Dürkheim für Kultur, Soziales, Umwelt, Bildung, Unterricht und Erziehung hat in den letzten Jahren viele Projekte im Landkreis finanziell unterstützt. Sie wendet sich damit hauptsächlich an ehrenamtliche Einrichtungen und ehrenamtlich Tätige.

Das Vermögen der Stiftung beträgt zum Ende des Jahres 2017 rund 3,9 Millionen Euro. Das Hauptaugenmerk bei der Ausschüttung der Stiftungsmittel liegt dabei überwiegend auf Projekten von und für Kinder- und Jugendliche und die Partnerschaftspflege der Schulen mit den Partnern in Polen, Saale-Holzland-Kreis und Starnberg. Ein sehr reger Austausch der Schulen im Landkreis mit den Partnern in Polen und Starnberg wird von der Stiftung mitfinanziert, damit der Gedanke der Europäischen Einigung insbesondere bei der Jugend vorangebracht wird. Aber auch Heimatpflege, Förderung von Vereinen und Vereinigungen sind Bestandteile der Unterstützungsarbeit der Stiftung.

Seit 2008 verleiht die Stiftung den Bürgerpreis des Landkreises. Mitbürgerinnen und Mitbürger, die gemeinsame Ideen entwickeln und diese in eigener Verantwortung umsetzen, die sich zum Wohle der Allgemeinheit einsetzen, sollen durch die Verleihung des Bürgerpreises in ihrem ehrenamtlichen Handeln bestärkt werden und einen Dank der Gemeinschaft erfahren.


(20.03.18)

 
 
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