Würdigung für Grünstadter Kommunalpolitiker

Sporthalle an der IGS Grünstadt heißt jetzt Herbert-Gustavus-Halle

 

„Es ist eine dauerhafte und nach Außen sichtbare Anerkennung für den ehemaligen Bürgermeister und Kommunalpolitiker Herbert Gustavus. Sein Name wird auch in Zukunft in aller Munde sein“, sagte Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld bei der offiziellen „Taufe“ der Halle auf den neuen Namen am 6. Dezember. Zusammen mit Bürgermeister Klaus Wagner enthüllte er eine Gedenktafel, auf der über das Leben und Wirken von Gustavus zu lesen ist.

Angehörige, ehemalige Weggefährten, Politiker und Feuerwehrleute waren in die Halle gekommen, um den 2014 verstorbenen Gustavus zu ehren, der 20 Jahre lang Bürgermeister der Stadt Grünstadt und 35 Jahre Mitglied im Kreistag Bad Dürkheim war. „Er war unter anderem maßgeblich an der politischen Stabilität des Kreises beteiligt, mit der Bildung der großen Koalition vor über 20 Jahren, ein wichtiger Beitrag zum konstruktiven Klima im Landkreis“, sagte Ihlenfeld und dankte.

Der Anstoß für die Namensgebung kam von der Stadt, Stadtrat, Schulausschuss und Kreistag stimmten einstimmig zu. Herbert Gustavus war Zeit seines Lebens mit der Stadt Grünstadt, aber auch mit der Region und dem Landkreis Bad Dürkheim eng verbunden. Er übte in seiner aktiven Zeit „nahezu alle öffentlichen Ämter und Funktionen der kommunalen Familie“ aus, wie es Landrat Ihlenfeld formulierte: 1927 geboren, lernte Gustavus Mechaniker und Maschinenbau, übernahm das elterliche Geschäft und trat 1963 in die SPD ein. Schon ein Jahr später saß er im Stadtrat von Grünstadt, 1966 wurde er Wehrleiter, später Kreisfeuerwehrinspekteur. Die Feuerwehr war ihm stets wichtig, ihrer Verbesserung widmete er viel Zeit und Kraft. 1969 wurde er in den ersten Kreistag des neuen Landkreises Bad Dürkheim gewählt, 1971 in den Mainzer Landtag – hier zählte er zu den Verfassern des Landesbrandschutzgesetzes von Rheinland-Pfalz. In dieser Amtsperiode wurde er auch zum Bürgermeister von Grünstadt gewählt und schied daher aus dem Landtag aus. Im Kreistag war er mit einer Unterbrechung von 1972 bis 1984 und 1989 bis 1997 Fraktionsvorsitzender, außerdem war er Kreisdeputierter und damit Stellvertreter des Landrats. Nach 20 Jahren als Bürgermeister gab er 1992 das Amt aus Altersgründen ab. Die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz erhielt er 1997, die Freiherr-vom-Stein-Plakette 2001. Am 3. Juli 2014 wurde ihm von der Stadt Grünstadt die Ehrenbürgerwürde verliehen, am 15. Oktober 2014 verstarb Herbert Gustavus im Alter von 87 Jahren.

„Er war ein Mann, der sich hat in die Pflicht nehmen lasen und bereit war, Verantwortung zu tragen“, so der Landrat. „An der Gedenktafel werden viele Schülerinnen und Schüler achtlos vorbei gehen. Mancher wird den Text aber auch lesen und für sich positive Schlüsse aus dem Gelesenen ziehen. Herbert Gustavus war ein Vorbild, die Namensgebung an dieser Stelle erfolgt am richtigen Ort.“

Bürgermeister Wagner verwies auf das Entstehungsdatum der Sporthalle, 1976, am Anfang von Gustavus‘ Amtszeit. „Es ist eine würdige Halle für die Namensgebung.“ Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Gustavus im Juli 2014 sei für Wagner ein sehr bewegender Moment gewesen, „überwältigend“. Im Vorfeld habe er vermehrt mit seinem Vor-Vor-Vorgänger zu tun gehabt: „Ich werde ihn immer in guter Erinnerung behalten.“

Auch Schulleiter Uwe Chormann freute sich stellvertretend für die ganze Schulgemeinschaft, dass die Schule nun dazu beitragen kann, das Andenken von Gustavus zu bewahren.

Bürgermeister Klaus Wagner und Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (v.li.) enthüllen die Gedenktafel.



(07.12.16)

 
 
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