Geschichte und Wappen

Das Wappen des Landkreises Bad Dürkheim

Gespalten durch einen mit zwei blauen Trauben mit grünen Weinblättern belegten silbernen Pfahl von Schwarz und Blau; rechts ein linksgewendeter, rotbewehrter, schreitender goldener Löwe; links ein rotbewehrter silberner Adler.

Im 12. Jahrhundert beherrschten die Grafen von Leiningen den nördlichen Teil des heutigen Landkreises, während der südliche Teil von den kurpfälzischen Landesherren regiert wurde.

Das Kreiswappen erinnert an die beiden Landesterritorialherren, wobei der Adler das Geschlecht der Leininger und der Löwe, die kurpfälzischen Landesfürsten beschreibt. Der silberne Pfahl mit den beiden Trauben symbolisiert die Deutsche Weinstraße.

Das Recht zur Führung des Wappens ist dem Landkreis vom Ministerium des Innern und für Sport, Rheinland-Pfalz, mit Urkunde vom 22. Januar 1973 verliehen worden.



Die Geschichte des Landkreises Bad Dürkheim

Der Landkreis Bad Dürkheim ist im Zuge der Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz 1969 aus Teilen der ehemaligen Kreise Neustadt und Frankenthal entstanden. Verwaltungsmäßig zählt der Landkreis zum Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz. Er erstreckt sich mit 48 Gemeinden über eine Fläche von 59.483 Hektar.

Im Nordwesten und Norden grenzt der Landkreis Bad Dürkheim an den Donnersbergkreis, den Landkreis Alzey-Worms und die Stadt Worms, im Osten an den Rhein-Pfalz-Kreis, im Süden an die Stadt Neustadt und den Landkreis Südliche Weinstraße. Im Westen schließen sich die Landkreise Kaiserslautern und Pirmasens an.

Das Landschaftsbild wird vor allem durch vier naturräumliche Haupteinheiten geprägt: von Ost nach West durch die Oberrheinische Tiefebene, das Gebiet der Deutschen Weinstraße am Rand des Haardtgebirges, den Pfälzerwald und im Norden durch das Rheinhessische Hügelland. Mit seinem Anteil am Pfälzerwald ist der Landkreis Bad Dürkheim einer der waldreichsten in Rheinland-Pfalz; die Hälfte seiner Fläche entfällt auf Waldgebiete.

Geologisch ist der Landkreis ein Stück des Oberrheintalgrabens, einer der ältesten besiedelten Räume in Europa überhaupt.

Während der Eisenzeit war das Gebiet niemals von Eis bedeckt. So gibt es eine Reihe von frühen Fundstellen aus der älteren Altsteinzeit, man spricht z.B. von den "Steinzeitjägern von Kallstadt" In der Gegend des heutigen Battenberg war vermutlich ein Siedlungsplatz des "Heidelbergmenschen": Es liegen ca. 500.000 Jahre alte Werkzeugfunde vor. Die mittlere Steinzeit hinterließ Siedlungsspuren im Landkreis, wie die Jugendsteinzeit, z.B. die "Bandkeramiker".

Am Wichtigsten sind aber die Spuren aus der jüngeren Eisenzeit, als die Kelten hier lebten. Der gewaltige Ringwall über dem Steinbruch Kriemhildenstuhl bei Bad Dürkheim gibt davon Zeugnis. Die befestigte Höhensiedlung war Fliehburg bei Germaneneinfällen und "Fürstensitz". In einem Fürstengrab zwischen Wachenheim und Bad Dürkheim wurde der einzige außerhalb Italiens gefundene "Dreifuß" ausgegraben. Die etruskische Bronzearbeit belegt direkte Handelsbeziehungen mit der Mittelmeerwelt.

Zur Zeit Cäsars, im 1. Jahrhundert vor Christus, fassten die Römer hier Fuß. Sie gaben dem Gebiet einen mehr als 200 Jahre währenden Frieden. Spuren der Römer sind in jüngster Zeit im Landkreis Bad Dürkheim bei Flurbereinigungen zutage getreten und wurden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, so die "villa rustica" bei Wachenheim und die "Römische Kelter" bei Ungstein. Rebmesserfunde belegen 2.000 Jahre Weinbau in dieser Gegend. Während der Völkerwanderungszeit litt die Pfalz unter dem Ansturm der Alemannen.

Die Franken drängten diese germanische Völkerschaft im 6. Jahrhundert zurück und brachten das Gebiet unter ihre Herrschaft. Die fränkischen Könige bauten auf die römische Verwaltungsorganisation auf: Der nördliche Teil des Kreises bis Bad Dürkheim gehörte zum "Wormsgau" , der südliche zum "Speyergau".

Als im 9. Jahrhundert das Reich Karl des Großen zerfiel, wurde der Raum dem ostfränkischen Reich Ludwig des Deutschen zugeschlagen.

In der unsicheren Zeit des 9./10. Jahrhunderts, vor allem bedingt durch die Raubzüge der Wikinger, entstanden als Fliehburgen der Bevölkerung die "Heidenlöcher" bei Deidesheim.

Die berühmteste fränkische Hochadelsfamilie waren die Salier, die 1024 bis 1125 die deutsche Königs- und Kaiserkrone trugen; ihr Hauskloster war die Limburg über Bad Dürkheim.

Auch in der nachfolgenden Stauferzeit (1138 bis 1254) gehörte die Pfalz zur sogenannten "vis maxima imperii" (stärkste Kraft des Reiches).

Die Straßen sicherten die Salier und Staufer durch zahlreiche Burgen; so entstanden u.a. Kästenburg (heute Hambacher Schloss), Wachtenburg, Hardenburg.

Schwächeperioden des Königtums im 11. und 12. Jahrhundert führten zum Erstarken von Adelsgeschlechtern, die sich zu Landesherren aufschwangen. Der heutige Bereich des Landkreises Bad Dürkheim war in mehrere Herrschaftsgebiete aufgeteilt. Hauptsächlich waren die im Norden bis Bad Dürkheim die Grafen von Leiningen. Im Süden die Kurpfalz und das Hochstift Speyer. Trotz territorialer Änderungen blieb die Grundstruktur bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bestehen.

Im 16. Jahrhundert, während des Bauernkrieges, fand im "Schlösschen" in Forst ein Treffen zwischen dem Pfälzer Kurfürsten und den Führer der aufständischen Bauern statt. Bekannt ist Gräfin Eva von Neuleiningen, die nach der Überlieferung alle sturmbereiten Bauern auf ihr Schloss einlud. Weinschwer ging jeder friedlich nach Hause.

Im 30-jährigen Krieg war das Gebiet des Landkreises Bad Dürkheim Tummelplatz spanischer, schwedischer, kaiserlicher und französischer Söldnertruppen. Sie plünderten das Land.

In der Folgezeit führten Kriege, Pest, Auswanderung zu einem weiteren Rückgang der Bevölkerungszahlen. Mit Steuervergünstigungen und Gewährung von Religionsfreiheit wurden Neusiedler u. a. aus der Schweiz und aus Frankreich in das öde und menschenleere Gebiet gelockt.

Die buntscheckige Landkarte verschwand; es entstand das "Département du Mont Tonnére" (Donnersberg), unterteilt in Arrondissements. Die napoleonische Zeit brachte den Pfälzern mit dem "Code Napoleon" mehr Rechte und Freiheiten. Dieser galt hier bis zur Einführung des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) im Jahre 1900. Ein Vorläufer des heutigen Bezirkstags (Conseil Géneral) gewährte dem Volk ein gewisses Mitspracherecht.

Der große Länderschacher, der 1814 beim Wiener Kongress getrieben wurde, schlug die Pfalz zur Krone Bayerns. Bayern übernahm die französische Gemeindeeinteilung. Die Arrondiessements erhielten lediglich neue Bezeichnungen, erst Bezirksdirektion, 1818 Land - Comissariate. 1862 wurden sie in Bezirksämter umbenannt. Sie sind die direkten Vorgänger der heutigen Landkreise.

Im Jahre 1832 erlebte das Hambacher Schloß die erste demokratische Massenveranstaltung der deutschen Geschichte. Die Pfälzer hatten vergeblich auf die Einlösung des von den deutschen Herrschern gegebenen Verfassungsversprechens und die zugesicherte Einrichtung von Volksvertretungen gewartet. Die Bayern behielten die hohen Abgaben der napoleonischen Zeit bei, Zollvorschriften wirkten sich negativ auf den Weinabsatz aus. Missernten führten zu einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation. Am 27. Mai 1832 versammelten sich annähernd 30.000 Menschen aus vielen deutschen Staaten, aus Polen und Frankreich rund um das Hambacher Schloss (der Beteiligung Dürkheimer Bürger ist eine Ausstellung im Heimatmuseum gewidmet). Sie forderten staatliche Einheit der deutschen Kulturnation, bürgerliche Rechte wie Meinungs-, Rede-, Pressefreiheit, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit sowie Handels- und Gewerbefreiheit.

Im Zuge der Umgestaltung des "Großdeutschen Reiches" gehörte das Kreisgebiet zum Gau "Saarpfalz", womit die etwa 120-jährige Zugehörigkeit zu Bayern beendet war. 1938 wandelte man die Bezeichnung "Bezirksamt", "Bezirkstag", "Bezirksausschuss" um in Landratsamt (später Kreisverwaltung), "Kreistag" und "Kreisausschuss". Landeskreissystem blieb nach dem Krieg erhalten. Durch die Verwaltungsreform erfuhr es 1969 lediglich eine Neuordnung.

Neugebildet wurde dabei am 7. Juni der Landkreis Bad Dürkheim in seiner heutigen Ausdehnung.

 
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