Gemeinde Haßloch

Gemeindeverwaltung Haßloch
Rathausplatz 1
67454 Haßloch
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Internet: www.hassloch.de


Tourist-Info:
Rathausplatz 1
67454 Haßloch
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Das größte Dorf Deutschlands

Im Frühjahr 1994 war es soweit: Haßloch, seit 1969 verbandsfreie Gemeinde im Landkreis Bad Dürkheim, konnte seinen 20.000. Einwohner begrüßen. Mit dieser stolzen Zahl unterstreicht der Ort seinen Anspruch, das größte gewachsene Einzeldorf der Bundesrepublik Deutschland zu sein. Im Jahr 2001 zählt die Großgemeinde schon über 21.000 Menschen. Die meisten wollen nicht, dass ihre Gemeinde Stadt wird - mehrere Umfragen brachten keine Mehrheit für die "Stadtrechte". Das Großdorf gilt außerdem als Sportlerhochburg.

Haßloch gehört zu den ältesten Siedlungen im Gebiet des heutigen Landkreises Bad Dürkheim. Im Jahr 2000 veranstalteten die Bürger ihre 1400-Jahr-Feier. Im 7. Jahrhundert sind Güter in "Hasalaha" im Kodex des Klosters Weißenburg verzeichnet: Der Edle Sigisbald hatte Besitzungen dem Kloster gestiftet, darunter das heutige Haßloch. In einer späteren Schenkungsurkunde von König Ludwig dem Kind an dasselbe Kloster taucht 902 das Reichsdorf "Hasalach" auf. Am 11. November 1184 weilte Kaiser Friedrich Barbarossa hier.

Seit 1173 tauchen Ortsadelige auf. Zusammen mit den östlich liegenden Gemeinden Böhl und Iggelheim (im benachbarten Rhein-Pfalz-Kreis) bildete Haßloch die sogenannte "Pflege Haßloch". 1330 verpfändete König Ludwig der Bayer die Orte an den Kurfürsten von der Pfalz. Dieser gab drei Viertel der Pflege 1379 an die Leininger Grafen weiter, die sich hier eine Burg bauten. An sie erinnert nur noch der Straßenname "Burggraben", nachdem Kurfürst Friedrich I. die Burg 1461 schleifen ließ.Knapp zehn Jahre war Kurpfalz Alleinherrscher über Haßloch, 1518 wurden die Leininger erneut mit der Pflege Haßloch belehnt, sie mußten 1794 abtreten. Nach der Franzosenherrschaft 1797 bis 1815 kam Haßloch mit der übrigen Pfalz, die damals Rheinbayern hieß, an Bayern.

Die Reformation hielt 1559 ihren Einzug in Haßloch, alle Bürger traten zum neuen Glauben über. Im 18. Jahrhundert entstanden die beiden evangelischen Kirchen. 1729 wurde die Lutherkirche gebaut, 1752 bis 1754 erhielt die Christuskirche mit ihren spätgotischen Unterbauten aus dem 14. Jahrhundert ein neues Schiff. Ältestes Gotteshaus war die 1253 erstmals erwähnte Kirche St. Gallus, die im 30jährigen Krieg unterging. An ihrer Stelle entstand 1561 ein neues Haus und 1970 schon der zweite, sehr moderne Neubau. Der Name blieb, der Standort ist an anderer Stelle.

Die lutherische Schule wurde neben der kleinen Kirche gebaut. Sie war Haßlochs erste größere Bildungsanstalt. Im ausgehenden 20. Jahrhundert ist Haßloch Standort aller Schularten: Zwei Grundschulen, eine Hauptschule, die Realschule, das Gymnasium sowie eine Sonderschule für Lernbehinderte stehen für die Bildung ein. Die Volkshochschule Haßloch ist selbständig. Um 1983 wurde die Musikschule stark ausgebaut und ist heute mit über 800 Schülern weit und breit die größte Einrichtung dieser Art.

Aus dem Spätbarock stammt das historische Rathaus bei der Galluskirche. Mit Walmdach, Dachreiter und einer zweiläufigen Freitreppe wurde das Gebäude 1784 auf dem Platz eines Vorgängerbaus errichtet. Bis 1985 war die Verwaltung hier und in weiteren Gebäuden untergebracht, ehe ein Ratshaus-Neubau an der Christuskirche den Bürgermeister samt Verwaltung unter einem Dach vereinigte.

Landwirtschaft und Forst bestimmen das Bild von Haßloch an seinen Grenzen. Rund 1500 Hektar Wald zwischen Rehbach und Speyerbach, von Neustadt über Haßloch bis vor die Tore von Speyer sind ein gern genutztes Naherholungsgebiet für Einheimische und Gäste. Auch Weinbau wird noch etwas betrieben, es gibt noch einen Haupterwerbswinzer; dessen Weine zur Großlage "Deidesheimer Hofstück" gehören.

Die Langgasse war ehemals ein richtiger Laubengang. Heute steht sie zu einem Teil wegen des erhaltenen Bildes eines typisch pfälzischen Straßendorfes als Denkmalzone unter Schutz.

Die landwirtschaftliche Entwicklung des Ortes läßt sich im Heimatmuseum nachvollziehen, untergebracht im "Ältesten Haus", dem ältesten Bauern- und Winzerhaus der Vorderpfalz in der Haßlocher Gillergasse. Rektorin Marianne Wittmann machte sich den musealen Ausbau dieses Hauses, das durch die Gemeinde jahrelang für über zwei Millionen Mark restauriert wurde, zu ihrer Lebensaufgabe. Der Renaissancebau aus dem Jahr 1599 beinhaltet in Wohn- und Wirtschaftsgebäude die Darstellung der gesamten bäuerlichen Kultur der Vorderpfalz. Im Hof spielt der gleichnamige Kulturverein Freilichttheater (ein zweiter Kulturträger ist der "Theaterverein").

Außer den Spaziergängern tummeln sich tausende von Radfahrern an den Wochenenden auf den gut angelegten Waldwegen und auf überörtlichen Radwegeverbindungen. Diese sind nicht nur notwendig, weil Radfahren im Zeichen höheren Gesundheitsbewusstseins im Aufwärtstrend liegt; in Haßloch hat jeder Bürger traditionell ein Fahrrad. Das war seit Jahrzehnten wegen der langen Straßenzüge durchaus notwendig.

Bei einer Verkehrszählung wurden am Tag 19.000 Fahrradbewegungen ermittelt.

Der Radsport wird durchaus profimäßig vom Radsportclub "Pfeil" gepflegt. Eine Radrennbahn im Süden von Haßloch sieht attraktive Rennen; das Oval mit einer 48prozentigen Kurvenüberhöhung ist nach Olympiasieger Gregor Braun benannt, der zeitweilig in Haßloch lebte, und genügt höchsten Ansprüchen auch international.

Den Begriff der Sportlerhochburg unterstreichen die Galopprennen auf der herrlichen Waldrennbahn im Süden Haßlochs nahe der Radrennbahn. Bis 1992 wurden hier noch heiße Motorradrennen auf der Grasbahn von nationalem Charakter ausgetragen. Handball gehört zu den beliebtesten Sportarten, die TSG Haßloch ist der letzte Deutsche Meister im Feldhandball. Die "Pfalzhalle" ist Landesleistungszentrum für Handball. Olympiasieger, Welt- und Deutsche Meister im Ringen, Gewichtheben, Rudern, Turnen, Radfahren und mehr kommen aus Haßloch. Die Namen vom langjährigen Olympiaorganisator Siegfried Perrey ("Mister Olympia") und Arno Scheurer, der unter anderem die Fußball-WM in Frankfurt, die EM-Eröff.-feier in Düsseldorf, die 150-Jahr-Feier des "Hambacher Festes", Bundesgartenschauen und Rheinland-Pfalz-Tage organisierte, machten Haßloch weithin bekannt.

Für Naturfreunde und Erholungsuchende wie für Familien, die aktive Erholung und spannende Freizeit suchen, bietet Haßloch alles. Landschafts- und Naturschutzgebiete im Süden, daneben der große Freizeitpark "Holidaypark", der Vogelpark mit einer Ausgewöhnungsstation für Greifvögel lassen viele die Freizeit interessant ausgefüllt verbringen. Auch eine Ponyfarm lädt zu Ausritten oder Reiterferien ein. Ein modernes Freizeit-und Familienbad wurde 1990 errichtet. Über 100 Vereine bilden das vielfältige gesellschaftliche Leben.

Ein Mühlenwanderweg weist auf diese alte Tradition in Haßloch hin noch sechs Mühlen existieren, nur eine, die Fronmühle, tut noch ihren Mahldienst. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert. Folgt man dem Lauf des Speyerbachs nach Osten, trifft der Wanderer am östlichen Ortsrand auf die Aumühle, die älteste Gaststätte der Gemeinde und beliebtes Ausflugslokal; Inhaber Fritz Brauch bäckt heute noch nach Rezepten von 1828 Steinofenbrot im Ofen aus dem 16. Jahrhundert. In der Pfalzmühle ist ein Neustadter Reiterverein zu Hause, die Sägmühle wurde statt Museum ein Hotel. Schließlich sind noch die Ober- und Neumühle zu besuchen.

Ihren Broterwerb finden die Haßlocher zu gut einem Drittel in der chemischen Industrie in Ludwigshafen. Aber auch im Ort selbst gibt es in zwei Industriegebieten Firmen, die zum Einkommen von Bürgern beitragen. Daneben sind große Steuerzahler und Arbeitgeber die Gemeindewerke, der Holidaypark und ein Supermarkt.

Als erste im Kreis und in einer Spitzenstellung in Rheinland-Pfalz hatten die Haßlocher 1961 eine Partnerschaft nach Frankreich; ein ständiger Austausch von Vereinen trägt die Verbindung zum Versailler Vorort Viroflay. Die erste deutsch-französische Hochzeit der Partnergemeinden wurde Mitte der 80er Jahre auf dem "Hilbenhof" gefeiert. Die langjährige Chefin des Aussiedlerhofs, Helma Schmitt, war als Parlamentarierin in Mainz die erste Bäuerin in einem deutschen Landtag und war dessen Vizepräsidentin; heute präsidiert sie dem Pfälzischen Rennverein. Weitere Partner hat Haßloch in Thüringen (Gebesee), seit 1999 in der Türkei (Silifke) und ab Dezember 2000 in Polen (Wolczyn). Innerhalb der Partnerschaft des Landkreises Bad Dürkheim zum bayerischen Landkreis Starnberg übernahm Haßloch 1988 die Ausrichtung eines "Andechser Bierfestes" als Pendant zum "Pfälzer Weinfest" am Starnberger See.

Haßloch gilt unter Statistikern als das Durchschnittsdorf Deutschlands. Der Ort ist deshalb Testmarkt der Nürnberger Gesellschaft für Kommunikationsforschung, hier setzen Hersteller vieler Waren ihre Werbung erstmals ein, um die Akzeptanz beim Käufer herauszufinden. Haßloch hatte als erste Gemeinde im Landkreis Bad Dürkheim Kabelfernsehen.


 
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