Stadt Bad Dürkheim

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Kurstadt und Sitz der Kreisverwaltung

Die knapp 20.000 Einwohner zählende Stadt Bad Dürkheim ist seit Jahrhunderten weithin bekannt: Burgen, Wald und Wein, Kaisersitz, Kurbad sind natürliche und historische Eckpunkte, die die Stadt am Ausgang des Isenachtals neben vielem anderen beschreiben. 1969 kam eine weitere wichtige Eigenschaft hinzu, die Bad Dürkheim auch kommunalpolitisch aufwertete: Mit der Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz wurde aus der Wein- und Kurstadt auch eine Kreisstadt.

Die Kreisverwaltung allerdings zog erst 1982 in die Mauern der Stadt, nachdem in der Philipp-Fauth-Straße (benannt nach einem Mondforscher) das moderne, farblich im "Rieslington" gehaltene Gebäude des Haßlocher Architekten Herbert Hauss entstand, das mit der benachbarten neuen Kreissparkasse einen architektonischen Akzent in der Innenstadt gleich beim historischen denkmalgeschützen Bahnhof setzt. Sitz eines Kreisamtes war Bad Dürkheim schon einmal ab 1902 für 30 Jahre.

Über den Weinbau gibt es Urkunden zwar erst aus dem Jahr 1258; aber Ausgrabungen beweisen, dass die Römer schon zu Beginn der christlichen Zeitrechnung hier wirkten. Bad Dürkheim gehört zu den drei größten weinbautreibenden Gemeinden der Bundesrepublik Deutschland, knapp 1300 Hektar Rebfläche gehören zur städtischen Gemarkung. Die Winzergenossenschaft Vier Jahreszeiten-Kloster Limburg weist im Namen auf Bad Dürkheims Wahrzeichen "Limburg" hin.

Im Stadtteil Ungstein ist eine Römerkelter restauriert, gleich daneben wurde ein römisches Landgut ausgegraben und teilweise aufgebaut. Im Weingut Fitz-Ritter (ein Fitz trug zum Hambacher Fest 1832 die Trauerfahne der Winzer) arbeitet eine der ältesten deutschen Sektkellereien. Kein Wunder, daß sich in Bad Dürkheim das "größte Weinfest der Welt", der Dürkheimer Wurstmarkt, entwickelte. 1934 entstand als Meisterwerk der Küferkunst das größte Faß mit 1,7 Millionen Fassungsvermögen (dient als uriges Restaurant für über 600 Gäste) am Wurstmarktplatz.

Besiedelt war der Dürkheimer Raum schon um 1000 v. Chr. durch die Kelten. Gefunden wurden ein Fürstengrab auf dem Ebersberg, oberhalb der Stadt existiert eine Fliehburg (Ringwall von zwei Kilometern Länge und 600 Metern Breite). Die Römer betrieben einen Steinbruch ("Krimhildenstuhl"). Erstmals urkundlich erwähnt aber wird die Stadt im Lorscher Kodex 778 als "Turincheim". Der Ort gehörte zum Besitz der salischen Herzögen. Der Salier Konrad 11. (1024 König, 1027 deutscher Kaiser) schenkte diesen Besitz 1035 dem Benediktinerkloster Limburg, das an der Stelle einer alten salischen Burg errichtet worden war.

Die Leininger Grafen erhielten die Stadt 1237 von der Limburg als deren Schutzvögte zum Lehen. Die Leininger errichteten 1260/70 eine Burg (dort steht heute die Burgkirche) und begannen 1359 den Ort zu befestigen. Kurfürst Friedrich I. entzog Dürkheim 1471 Schutzvogtei und Stadtrechte (die es erst im 18. Jahrhundert wiedererlangte), ließ die Befestigung schleifen. Erst 1554 wurden die Leininger wieder Herren der Stadt (und blieben es bis 1794). Im 30jährigen Krieg, 1689 im pfälzischen Erbfolgekrieg (durch Truppen Ludwigs XIV.) und durch französische Revolutionstruppen wurde der Platz stark zerstört. 1725 zogen die Grafen von Leiningen von der Hardenburg hinunter nach Dürkheim, sie bauten ein Schloss; die Grafen wurden zu Fürsten erhoben, so daß Dürkheim 1774 fürstliche Residenz war.

Nach den Revolutionswirren 1794 flohen die Leininger ins Rechtsrheinische; in Amorbach im Odenwald ist die Familie heute noch zu Hause. Der Wiener Kongress schlug 1816 Bad Dürkheim mit der Pfalz zu Bayern. An der Stelle des Schlosses entstand 1822-26 das heutige Kurhaus, das damals als Rathaus diente. Zerstörungen erlitt Bad Dürkheim auch durch einen Bombenangriff im 2. Weltkrieg. Die Stadtsanierung, Ende 1978 begonnen, ist abgeschlossen. Ausgedehnte Fußgängerzonen und weite Plätze, die zum Feiern und Flanieren einladen, prägen das neue Stadtbild. In der Innenstadt hat sich viel alte Bausubstanz der alten Winzerhäuser mit Fachwerk erhalten; zahlreiche über 100jährige Villen stehen unter Schutz, so ist auch ein großer Teil der Kaiserslauterer Straße Denkmalzone.

Das Prädikat "Bad" erhielt Dürkheim 1905. Heute ist die Stadt eines von vier rheinland-pfälzischen Staatsbädern. Ursprünglich war es die Traubenkur, die von überall Bürger und Adelige anlockte; das "pfälzische Meran" machte von sich reden. Jahrzehnte machte die Art Kur Pause, 1990 fand sie zu neuer Blüte. Zweites Standbein der Gesundheit in der Kurstadt ist das Salz. Salzquellen sind schon im 14. Jahrhundert bekannt. Auf dem Boden des 1472 aufgelösten Klosters Schönfeld im Osten der Stadt entstand die erste Saline. Die Leininger und Kurpfalz betrieben Salzgewinnung und -handel ab 1595, was eine gewisse wirtschaftliche Blüte brachte. 1736 wurde das erste Gradierwerk durch Kurfürst Karl Philipp ("Philippshalle") hochgezogen, fünf weitere dazu; das heutige (1992 teilweise abgebrannt) entstand 1860. Das Solbad wurde 1847 eröffnet. Das Gradierwerk ist mit 333 m das längste und eines der größten Freiluft - Inhalatorien Deutschlands. Weiter finden Gäste auf der „Tour zur Kur" heilende Quellen.

Im Kurhaus, 1826 im klassizistischen Stil (nach Weilbrenner) erbaut, residiert eine Spielbank. Ostwärts erstreckt sich der große Kurpark, in geometrischen Formen gehalten, mit dem Ostertag-Brunnen im Jugendstil (nach einem kaiserlichen Rat und Wohltäter der Stadt), Rhododendronhecken, einer Brunnenhalle, in der auch Konzerte stattfinden, und einem von internationalen Künstlern gestalteten Spielplatz.

Nördlich des Kurgartens liegen das neuen Kurzentrum mit Verwaltung, Kurmittelhaus und Psychsomatischer Klinik. Eine neue Rheumaklinik entstand bei der Saline. Für Suchtkranke gibt es gegenüber dem Limburgberg die Klinik "Sonnenwende". Das Salinarium, ein vielen Ansprüchen genügendes Freizeit- und Familienbad, ist die Attraktion der ganzen Region. Die Stadthalle ("Salierhalle") und ein Hotel schließen sich an.

Weitere Sehenswürdigkeiten: Das Heimatmuseum "Haus Catoir" zeigt Stadtgeschichte, Kunstgewerbe und hat eine archäologische wie völkerkundliche Abteilung. Der Gewölbekeller dient als Weinmuseum. Das Pfalzmuseum für Naturkunde steht im Stadtteil Grethen. Der Vigilientempel im Norden ist ein klassizistisches Weinbergshaus.

Ältestes sakrales Bauwerk der Stadt ist die Schlosskirche der Leininger Grafen, heute evangelische Kirche St. Johannes. Vollendet um 1330, zerstört im 15. Jahrhundert und wiederhergestellt, 1492 zur Stiftskirche erhoben, blieb das Gotteshaus dann bestehen; nur der baufällig gewordene Turm wurde 1866 durch einen neugotischen ersetzt. An der Südseite steht die 1504 erbaute Grabkapelle der Leininger. Sehenswert das Grabdenkmal von Graf Emich XI. und seiner Gemahlin Elisabeth von Pfalz-Zweibrücken, vor einem Halbrelief der Hardenburg. Auch evangelisch ist die Burgkirche (1726-29 für die reformierte Gemeinde erbaut), der Turm stand 1758. Sie brannte 1945 aus und wurde 1957 wieder aufgebaut. Die katholische Pfarrkirche St. Ludwig von 1830 ist klassizistisch.

Die Klosterruine Limburg ist die baugeschichtlich bedeutendste Kirchen-ruine der Pfalz. Oberhalb Grethen auf einem Höhenzug des Isenachtals erbaut, hat sie 1025 Kaiser Konrad II. als Benediktinerabtei gegründet und 1034 bezogen. Die Kirche wurde 1042 geweiht. Bis 1065 waren hier die Reichsinsignien aufbewahrt. 1504 wurden Kloster und Kirche geplündert, wegen des schlep-penden Wiederaufbaus wurde der Ostchor Notkirche. 1574 wurde das Kloster säkularisiert. Danach verfiel es und diente als Steinbruch. Unter dem ehemaligen Chor liegt die 1978 wiederhergestellte Krypta. Eine Grabplatte im Bereich des Mittelschiffs ist der hier bestatteten Königin Gunhild, Gemahlin Heinrichs III. gewidmet. Der Südturm wurde, nach Zerstörung durch Blitzschlag 1300, erneuert und ist in der Höhe vollständig erhalten. Die Kreisverwaltung Bad Dürkheim hat viel Geld in die Restaurierung der Ruine gesteckt, die heute auch ein Kulturzentrum mit Konzerten und Freilichtaufführungen ist ("Theater an der Weinstraße").

Das Bad Dürkheimer Bruch im Osten der Stadt ist ein Landschaftsschutzgebiet mit zahlreichen seltenen Tieren und Pflanzen.

Zwischen Bad Dürkheim und Ludwigshafen verkehrt die Rhein-Haardtbahn (RHB), eine kommunale Schienenverbindung, die die Kurstadt mit dem Industrieraum Rhein-Neckar verbindet.

Sportlich hat Bad Dürkheim wichtige erfolgreiche Vereine zu bieten. Die meiste Ehre für die Stadt legt der Dürkheimer Hockeyclub (DHC) ein; Damen und Herren (auf dem Feld und in der Halle) sind Deutsche Meister. Fechten, Reiten und Tanzen spielen in Bad Dürkheim eine Rolle. Aus den zahlreichen Vereinen ragen gesellschaftlich die Grawwler, ein Karnevalverein, heraus, der jährlich an Prominente den "Goldenen Winzer" verleiht. Bad Dürkheim hat Partnerschaften nach Frankreich (Paray-le-Monial in Burgund) und England (Wells) sowie nach Thüringen (Bad Berka bei Weimar) und seit Oktober 2000 zum schlesischen Kluczbork (Kreuzburg) in Polen.


Die Stadtteile

Grethen

Grethen, auf dessen Gemarkung steht die Limburg, wurde 773 dem Kloster Lorsch geschenkt, unterstand 1471 dem Oberschultheiß von Wachenheim. In der ehemaligen Herzogsmühle (1408) wurde das Pfalzmuseum für Naturkunde eingerichtet. Früher hieß sie Woogmühle, erhielt ihren neuen Namen von Pfalzgraf Johann Casimir. Die Müllerfamilie Wernz (siehe auch Erpolzheim) lebte hier, später der Heimatdichter Hermann Schäfer. Heute ist das Anwesen mit dem Herzogweiher im städtischen Besitz.

Hardenburg

Hardenburg ist benannt nach der gewaltigsten Burgruine der Pfalz. Die ehemalige Leininger Festung wurde 1189 errichtet - und zwar widerrechtlich auf Limburger Klostergütern. Sie war seit 1317 Stammsitz der jüngeren Linie Leiningen-Hardenburg. 1376 wurden die Mauern erstmals niedergerissen. Im 15./16. Jahrhundert wurden die Mauern verstärkt. Von 1560 bis 1725 war Hardenburg Residenz der Leininger Grafen, ehe sie nach Bad Dürkheim umzogen. 1692 sprengten die Franzosen im pfälzischen Erbfolgekrieg die Außenwerke, 1794 vernichteten Revolutionstruppen die Anlage durch Feuer. Die runden Geschütztürrne stammen noch aus dem 15. Jahrhundert. Im Stadtteil Hardenburg produzieren über 100jährige Papierfabriken.

Hausen

Hausen erscheint 1221 als Benediktinerkloster, 1448 ist eine Marienkapelle bezeugt. Bis 1795 blieb der kleine Ort leiningisch, heute eine Wohngemeinde.

Leistadt

Leistadt, "der Sonne am nächsten" in Bad Dürkheim, wird 1214 als "Luzelstat" erwähnt. 1309 kam Leistadt in Leiningischen Besitz. Bemerkenswert das barocke alte Rathaus (1750) mit Turm und Freitreppe. Ein Rundwanderweg führt zu geologischen und geschichtlichen Kostbarkeiten.

Seebach

Seebach hat mit seiner Klosterkirche St. Laurentius einen Hauptanziehungspunkt für Touristen. Die heute evangelische Pfarrkirche wurde 1136 als Benediktinerkloster gegründet wurde nach 1210 selbst Abtei und unterstand direkt dem Speyerer Bischof. Es bestand bis 1591 (aufgelöst durch Pfalzgraf Johann Casimir), nachdem selbst Kaiser Maximilian es nicht gegen die Grafen von Leiningen und die von ihnen betriebene Reformation schützen konnte. Das Gotteshaus ist ein wuchtiger romanischer Bau mit achteckigem Vierungsturm. In Seebach liegt mit dem Martin-Butzer-Haus eine vielbesuchte Tagungsstätte der evangelischen Kirche der Pfalz, sowie das Christophorus Haus als Einrichtung der katholischen Kirche. Von Seebach kommt man zum ehemaligen Jagdschloss "Kehr-dich-an-nichts". Zerstört sind die kurpfälzischen Jagdhäuser "Murr-mir-nicht-viel" und "Schau-dich-nicht-um".

Trift

Im Stadtteil Trift im Osten der Stadt Bad Dürkheim stehen heute das Krankenhaus (Betreiber: Innere Mission), die beschützenden Werkstätten der "Lebenshilfe", ein Schulzentrum mit Haupt- und Realschule sowie Gymnasium, ein ausgedehntes Sportgelände und ein Flugplatz (Verkehrslandeplatz). Hier entstanden 1923 am alten Viehtriebweg die ersten Häuser.

Ungstein

Ungstein ist schon unter den Merowingern besiedelt (Gräberfunde), als Weinbauort 714 im Kloster Weißenburg erwähnt. Dass schon die Römer hier siedelten, brachten überraschende Funde bei der Flurbereinigung zutage: eine römische Kelteranlage und später ein komplettes Weingut wurden gefunden und zum Teil wiederaufgebaut. 1255 wird ein Ritter Merkel von "Unestein" erwähnt. Auch die Leininger Grafen hatten hier Weinbergsbesitz. Lehnsherren waren bis 1449 die Grafen von Homburg. Der Edelweinbauort hat sein Ortsbild weitgehend bewahrt. Die evangelische Kirche stammt von 1716. Die Mandelallee nach Bad Dürkheim, im März in Blüte, ist vielbewundert.

Pfeffingen

Pfeffingen, ein Weiler auf Ungsteiner Gemarkung, hatte 1389 eine Burg der Grafen von Homburg, war Mittelpunkt der Grafschaft Pfeffingen. Anfang des 8. Jahrhunderts stand hier eine Peterskirche, die Filialen in Ungstein und Kallstadt hatte. Seit 1836 gehören die Häuser zu Ungstein.

 
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