Ortsgemeinde Dackenheim


Der Liebesbrunnen im kleinsten Dorf

Mit knapp über 300 Einwohnern ist der Weinort Dackenheim in der Verbandsgemeinde Freinsheim das kleinste Dorf im Landkreis Bad Dürkheim - sein Name hat aber in verschiedener Hinsicht einen guten Klang.

Aus fünf Klosterhöfen entstand der heutige Ort: Mönchhof, Herrenhof, Sattelhof, Kameralhof und Höllenhof wuchsen bis 1160 zu einem Dorf zusammen. Die erste Erwähnung war 768, auch 773 und 774 sind Besitztümer des Klosters Weißenburg in "Dagastisheim" beurkundet. Für 872 ist eine Schenkung an das Kloster Münsterdreisen überliefert. Nach 1120 kam ein Hof als Stiftungsgut zum Kloster Höningen, das bald darauf eine Kirche erbauen ließ, deren Patronatsrechte es ab 1147 innehatte.

Ortsadelige sind erstmals 1256 bezeugt, Ortsherren waren die Grafen von Leiningen-Dagsburg und die Grafen von Nassau. Bis 1485 hatten allerdings die Pfalzgrafen beide Teile aufgekauft. Sie führten auch 1556 die Reformation ein. Im 16. Jahrhundert schien es in Dackenheim überhaupt wirtschaftlich gut zu gehen, davon zeugen zahlreiche prächtige Häuser und Tore mit eingehauenen Jahreszahlen.

Im Freinsheimer Stadtweistum wird Dackenheim 1737 bereits mit dem heutigen Namen aufgeführt, seit 1705 gehörte der Ort zum kurpfälzischen Unteramt Freinsheim. 1818 bestanden noch drei Kirchengemeinden, von denen jede ihr Gotteshaus hatte. 1882, nach der Union der Lutheraner und Reformierten, wurde die lutherische Kirche versteigert.

Die katholische Pfarrkirche St. Maria, erbaut im 12. Jahrhundert, beeindruckt mit ihrem wuchtigen romanischen Chorturm; sein Obergeschoß ist spätgotisch, die Haube barock. Das Langhaus wurde im 18. Jahrhundert auf romanischen Fundamenten neu errichtet. Am Gesims der Apsis finden sich drei seltsam gewandete männliche Gestalten und eine liegende Figur. Ihre Bedeutung ist unklar, der Volksmund nennt sie die "heiligen drei Könige und das Jesuskind". Die protestantische Kirche soll - ein Baudatum ist nicht zu finden - um 1500 erbaut worden sein.

Nach dem 2. Weltkrieg kam Dackenheim durch Flüchtlingszustrom auf fast 500 Einwohner, doch schon 1948 und ab 1970 verließen viele, vor allem jüngere Menschen, den Ort, um sich näher bei ihren Arbeitsstätten im Raum Ludwigshafen anzusiedeln.

Mit Gründung der Verbandsgemeinde 1972 errichteten sich die Bürger von Dackenheim ein Dorfgemeinschaftshaus, das den Zusammenhalt der Bevölkerung verstärkt und die der frühere Ortsbürgermeister Heinrich Maser "eine Idylle an guter Kameradschaft" nannte. Ihren Lebensunterhalt finden die Dackenheimer neben der Industrie in Ludwigshafen/Mannheim im Weinbau. Fast 20 Winzerbetriebe - die Hälfte Selbstvermarkter - bauen Wein auf rund 230 Hektar Rebfläche an. Wichtigste Lage ist der "Liebesbrunnen". Seit 1997 gibt es einen Golfplatz.


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