Ortsgemeinde Herxheim am Berg


Himmelreich und Pfaffentor

Wie auf einem Balkon, auf einer vorgeschobenen Terrasse des Haardtrandes, liegt Herxheim am Berg an der Deutschen Weinstraße. Rund 700 Menschen bewohnen das zur Verbandsgemeinde Freinsheim gehörende Weindorf.
Die Rebfläche erstreckt sich über ca. 196 Hektar in den drei bekannten Einzellagen Himmelreich, Honigsack und Kirchenstück.

Aus einem fränkischen Herrenhof wurde im Lauf der Geschichte ein Klostergut: 774 wird "Herisheim" in einer Urkunde des Klosters Weißenburg erstmals erwähnt. Darin ist auch der Weinbau bezeugt. Zahlreiche Klöster waren ab dem 12. Jahrhundert hier Gutsherren: Nonnenmünster zu Worms, Eußerthal, Höningen (1433), Ramsen (1490) und Rosenthal; außerdem noch das Marienhospital zu Kaiserslautern und der Deutsche Ritterorden (1414). Hoch über dem Land, in Herxheim, zu sitzen, galt offenbar als Privileg.

Das Kloster Weißenburg hatte 1350 seinen Besitz den Grafen von Leiningen zu Lehen (bis 1795) gegeben. Zur besseren Unterscheidung hieß das heutige Dorf früher (1301) auch "Hangenden Hergeszheim"; es war bei einer Fehde zwischen Kurpfalz und Leiningen zerstört und unterhalb neu aufgebaut worden. Das neue Dorf ging aber bald unter, Bauern und Winzer zogen wieder auf den Hang. Seitdem heißt es nur Herxheim. Den Zusatz "am Berg" schrieb man erst ab 1826.

Von einer Schutzmauer mit zwei Toren ist ein Renaissancetor, das sog. Pfaffenhoftor, erhalten. Der Pfaffenhof war ursprünglich ein fränkischer Adelshof, später Klosterhof. Die romanische Kirche St. Jakob, noch im 11. Jahrhundert erbaut und 1556 mit der Reformation lutherisch geworden, wurde 1935 nach einem Brand aufgebaut und neugeweiht. Das Langhaus stammt von 1729, Malereien aus dem 13./14. Jahrhundert sind im Chor zu betrachten.

Verschiedene barocke Herrenhöfe des 16. Jahrhunderts prägen das Ortsbild, ansonsten ist Herxheim am Berg ein typisch pfälzisches Straßendorf. Seit 1974 besitzt die Gemeinde eines der attraktivsten Dorfgemeinschaftshäuser im Landkreis Bad Dürkheim, das aus der alten Schule entstanden ist.

Etwa einen Kilometer südlich das Ortskern liegt das Naturschutzgebiet "Felsberg", eines der ältesten in der Pfalz, mit Kalkfelsen aus dem Tertiär, seltener Flora und Fauna. Smaragdeidechse und Gottesanbeterin waren hier heimisch. An Pflanzen haben hier mittelmeerische Gewächse wie Steppenwolfsmilch und Küchenschelle überlebt.

Ein Weinlehrpfad führt durch die bedeutendsten Reblagen, die meisten Winzer gehören der örtlichen Winzergenossenschaft an.


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