Ortsgemeinde Neidenfels


Im Schutz zweier Burgen

Im Hochspeyerbachtal, an der B 39 von Neustadt nach Kaiserslautern liegt Neidenfels. Die gut 1000 Einwohner werden von der Verbandsgemeinde Lambrecht verwaltet. Für manchen sicher überraschend: vor etwa 100 Jahren wurde hier auf Terrassen mitten im Pfälzerwald sogar noch Wein angebaut. Drei Kellergewölbe in der Feste Neidenfels künden noch davon.

Das Dorf entstand im 15. Jahrhundert (1407 Nydenfels) im Schutz der beiden Burgen Neidenfels und Lichtenstein. Aber schon um 1200 war der Platz besiedelt. Aus dieser Zeit stammt auch die Burg Lichtenstein, eine westlich Neidenfels auf einem Bergvorsprung gelegene Raubritterburg, die bereits 1281 zur Ruine wurde. Ihre von Soldaten der Speyerer Bischöfe zerstörten Mauern fielen 1838-1849 dem Bau der Eisenbahn Ludwigshafen-Kaiserslautern zum Opfer; nur bescheidene Reste sind übrig.

Ebenfalls im Westen des Dorfes liegen die Reste der zweiten Burg, Neidenfels genannt. Sie wurde 1330 von Pfalzgraf Rudolf 11. erbaut und wechselte bis zu ihrer Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 mehrfach die Besitzer (z.B. die Herren von Wachenheim, Mosbach, Steinhausen). Sie wurde teilweise instandgesetzt. Der Ortsname geht auf die Burg zurück.

Für das Dorfbild charakteristisch sind enge, steile Gassen mit imposanten Häusern des 18. und 19. Jahrhunderts. So der Fachwerkbau des Hauses Schimpf von 1737, der unverändert erhalten ist. Die Forstmeisterei entstand 1744, von der noch das Hoftor mit der Figur des heiligen Nepomuk steht.

Die Papierfabrik Julius Glatz, 1885 gegründet, ist heute noch mit 400 Beschäftigten größter Arbeitgeber des Ortes. Die erste Papiermaschine stammte von der ortsansässigen Maschinenfabrik Hemmer (Villa unter Denkmalschutz). Anreiz zur Industrieansiedlung gab das Wasser, zwei Mühlen (Bord- und Neumühle) standen am Platz der heutigen Papierfabrik. Nur kurz bestand nach 1882 die Färbeapparate-Firma Obermaier, sie zog bald nach Neustadt um.

Schon 1796 gab es einen Vorläufer der Verbandsgemeinde, doch machten sich die Dörfer 1819 (Esthal) und 1889 Neidenfels wieder selbstständig. Seit 1893 gibt es eine Post, die heute im Bürgerhaus ist. 1938 wurden die Orte Lindenberg, Neidenfels, Esthal und Frankeneck mit Lambrecht erneut zu einer Verwaltung vereinigt. Nach dem Krieg erhielten sie ihre "Freiheit" wieder, ehe 1972 die Verbandsgemeinde gegründet wurde.

Die heutige katholische Kirche St. Nikolaus wurde 1939 erbaut; an ihrem Platz wurde eine Kapelle aus dem 14. Jahrhundert abgerissen, von der noch ein gewölbter Chor erhalten ist. Die evangelische Kirche wurde 1933/34 erbaut.

Sportplatz und Turnhalle entstanden in den Jahren 1952 und 1972, die Schulaula wurde 1973 zu einem Kindergarten. Bürgerplatz und -haus unterstreichen die funktionierende Dorfgemeinschaft. Die beiden Brunnen sind Schmuckstücke der attraktiven Gemeinde, die sich durch Neubaugebiete erweitert hat.


Links:

www.neidenfels.de

 
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