Stadt Lambrecht


Tuchmacher seit 400 Jahren

Das Industriestädtchen Lambrecht liegt im Speyerbachtal, westlich Neustadt, und ist Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, in deren Bereich sie die älteste Ansiedlung ist. Die Einwohnerzahl hat sich nach dem Rückgang der Arbeitsplätze verringert und beträgt rund 4300. Die Stadt ist Zentrum des nach ihr benannten Tälerbereichs im Pfälzerwald.

Vor mehr als tausend Jahren stiftete 977 Herzog Otto von Worms bei dem Ort Grevenhausen das Benediktinerstift St. Lambrecht. Um 1000 entstand der erste Kirchenbau, dessen romanische Fundamente 1979 freigelegt wurden. 1065 kam das Kloster durch Kaiser Heinrich IV. an den Bischof von Speyer.

Das Kloster verfiel, erlebte ab 1287 eine zweite Blüte durch die Dominikanerinnen. 1316 wurde ein Kirchenneubau St. Lambertus begonnen. Die restaurierten Wandbilder und die 200jährige Rokoko-Orgel (J. Geib 1777) sind einen Besuch wert. Die katholische Kirche Johannes Nepomuk ist ein Barockbau von 1750. Der "Klemmhof", die ehemalige Kirche St. Pankratius von 1450, ist heute ein Wohnhaus. Weitere sehenswerte Gebäude: das Patrizierhaus in der Wallonenstraße mit Schnitzereien von 1608, ein Fachwerkbau von 1606 in der Karl-Marx-Straße, der neugotische "Postturm" von 1844 beim Bahnhof.

Die Klostergebäude wurden 1553 zugunsten der Universität Heidelberg vom Kurfürsten Friedrich III. eingezogen. Er und sein Nachfolger Johann Casimir siedelten wallonische Tuchmacher an, die eine 400jährige Tradition begründeten. Dieses Gewerbe, später durch Textilmaschinen und Dampfkraft zur Industrie aufgestiegen, begründete den heute noch sichtbaren einstigen Wohlstand von Lambrecht (zum Beispiel das Zunfthaus, auch Patrizierhaus). Geblieben sind drei größere Fabriken mit Papier -bzw. Filz- und Verbundstoffproduktion.

Ihrer neuen wirtschaftlichen Bedeutung entsprechend wurden Lambrecht und Grevenhausen 1839 vereinigt, 1887 Lambrecht zur Stadt erhoben. Die Kinder besuchen eine Grundschule und seit 1993 eine Regionale Schule. Mit der Pfalzakademie, die teilweise auch in Trägerschaft des Land-kreises Bad Dürkheim ist, gibt es eine gern besuchte Fortbildungsstätte. Das Schausteller-Museum zeigt in Miniaturen einen Vergnügungspark.

Die Abwanderung der Einwohner ist gestoppt, die Stadtsanierung und die Ausweisung von Neubaugebieten halfen dabei mit. Der Wohnwert entlang der B 39 als Ortsdurchfahrt wurde erheblich verbessert. Ein Bürgerzentrum mit Minigolf und Spielplatz hält das gesellschaftliche Leben aufrecht, ebenso ein Haus der Vereine.

Traditionelle Bräuche sind das Eierpicken zu Ostern (morgens um 7 Uhr) und das Geißbockspiel; alljährlich zu Pfingsten muss das jüngste Lambrechter Brautpaar den Tributbock nach Deidesheim bringen.


Links:

www.lambrecht-pfalz.de
 
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