Ortsgemeinde Quirnheim


Andenken an die Ritter von Merz

Landwirtschaftlich geprägt, liegt Quirnheim in einem Seitental des Eisbachs. Zu dem Dorf, das insgesamt rund 640 Einwohner zählt, gehören noch die Ortsteile Quirnheim-Tal und Boßweiler.

Die im Mai 771 erstmals in einer Urkunde erwähnte "ecclesia" St. Maria und St. Martin ist die älteste bezeugte Kirche des Landkreises Bad Dürkheim. Mit Hof und Weinbergen in der "Quirnheim marca" kam sie an das Kloster Lorsch. Im 10. Jahrhundert hatte auch das Kloster Weißenburg hier Besitz. Ab 1467 gehörte der Ort zum Amt Grünstadt der Grafen von Leiningen-Westerburg.

Im 17. Jahrhundert wurde Quirnheim - mit Boßweiler - als Lehen an Herrn Quirinus von Merz gegeben. Am Ostrand von Quirnheim ist noch das ehemalige Herrenhaus (Schloss) aus dem 18. Jahrhundert zu besichtigen. Bis 1794 waren beide Ortschaften leiningisch. Die spätgotisch zierliche, heute evangelische Kirche von Quirnheim steht hinter dem Hofgut. Der runde romanische Wehrturm mit Spitzhelm von 1581 stammt in seinem Unterbau aus dem 12. Jahrhundert. Am Portal des alten Friedhofs findet sich 1539 als Jahreszahl.

Von Ebertsheim nach Norden geht es auf der Kreisstraße 26 bergauf nach Quirnheim. Der Reisende erblickt in der Mitte der Strecke rechterhand den nur noch als Hof erhaltenen Ortsteil Boßweiler. Als Dorf ging Boßweiler, schon 767 im Kodex des Klosters Fulda als "Buchsolare" und 780-854 beim Kloster Lorsch als "Buxlare" erwähnt, im 30jährigen Krieg unter. Zuvor tauchte "Bußwiler" 1453 als Lehen für Graf Hesso auf.

Ab 1672 ist auch Boßweiler im Besitz des Freiherrn Merz von Quirnheim. Die barocke katholische Pfarrkirche St. Oswald, erbaut 1700-1707 von Freiherr Johann Wilhelm Merz von Quirnheim, steht am Platz einer früheren Wallfahrtskapelle (1496). Ihr Chor wurde Seitenkapelle der Kirche. Es wird noch eine Schädelreliquie des Hl. Oswald in einer wertvollen Monstranz (16. Jahrhundert) aufbewahrt. Der westlich angebaute Turm und eine Mariensäule an der Ostseite sind jüngeren Datums.

Die Herren von Merz tauchen im 2. Weltkrieg nochmals ins Licht der Geschichte. Eine Gedenktafel in Boßweiler erinnert an Albrecht Ritter Merz von Quirnheim, ein Nachkomme des Kirchengründers und Oberst im Generalstab, wurde wie viele Widerständler am 20. Juli 1944 wegen seiner Beteiligung am Putsch gegen Hitler hingerichtet.

Auf dem Gerstenberg östlich Quirnheim wurde ein Segelfluggelände angelegt. Von hier hat der Wanderer einen herrlichen Blick auf den Haardtrand. Seit Anfang 2001 hat hier auch das Motorradmuseum von Heinz Unverzagt (aus Altleiningen umgezogen) seinen Platz. Die "Erbsenkerwe" wird im Juli, die Dorfkerwe im September bzw. Oktober gefeiert.


Links:

www.gruenstadt-land.de

 
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