Ortsgemeinde Friedelsheim


Schloss des Jägers aus Kurpfalz

Echter Bürgersinn (wie fast überall im Landkreis Bad Dürkheim) ließ Friedelsheim vor allem in den 80er Jahren auch äußerlich aufblühen. Dorferneuerung und -sanierung alter historischer Bausubstanz geben dem Ort ein ansehnliches Gepräge.

Eingerahmt von der weit- läufigen hügeligen Reblandschaft leben die knapp 1500 Einwohner zu einem großen Teil vom Weinbau, der auf über 300 Hektar Fläche betrieben wird. Dazu ist Friedelsheim auch für seinen Obstanbau bekannt.

Schon im Jahre 770 wird der Ort im Kloster Fulda, im Lorscher Kodex als "Fridolfesheim" erwähnt, der Weinbau ist seit 773 urkundlich belegt. Bodenfunde wie Steinkunstwerke und eine Bronzeaxt beweisen, dass diese Siedlung noch viel älter ist. Bis ins 11. Jahrhundert Hausgut der salischen Kaiser, wurde das Dorf wie kaum ein anderes in der Pfalz vom ständigen Herrschaftswechsel geplagt. 1116 bekam das Hochstift Speyer die Kirche, 1134 das Kloster Limburg ein stattliches Hofgut. Weiter Güter gelangten an das Kloster Ramsen, den Ritter Werner II. von Bolanden und an das Kloster Lambrecht.

Ab 1418 taucht erstmals in den Urkunden der Pfalzgraf, 1478 das Kloster Seebach als Grundeigentümer auf. Pfalzgraf und Kurfürst Friedrich I. gab 1460 das halbe Dorf und Gericht dem Ritter Horneck von Weinheim zu Lehen. 1550 überließ Kurfürst Friedrich II. Burg und Schloss dem Grafen Georg-Ludwig von Leiningen-Dagsburg. 1588 war Friedelsheim ganz kurpfälzisch, Kurfürst Johann Casimir hatte alles zurückgekauft. 1699 wurden die Grafen von Wiser Ortsherren (sie bauten ein neues Schloss) und blieben es bis 1795. In diesem Kriegsjahr beschlagnahmten die Franzosen sämtlichen linksrheinischen Adelsbesitz der Kurpfalz.

Schon ein Jahr zuvor hatten die Franzosen das Schloss niedergebrannt, das von 1578 bis 1702 zeitweilig Residenz des Pfalzgrafen gewesen war. Johann Casimir, der auch als "Jäger aus Kurpfalz" in die Geschichte einging, baute die ehemalige Wasserburg als prunkvolles Jagdschloss mit großem Park aus. Im Bauernkrieg wurde es 1525 geplündert, 1632 von Reichsgraf Otto erobert und teilweise zerstört. In der französischen Revolution ging es völlig unter, heute sind nur Reste auffindbar (Turmunterbau und zwei Tore).

Durch eines dieser Tore kommt man von der Hauptstraße in den Mennonitenhof, der im ehemaligen Schlosspark aufgebaut wurde. Hier ist die Sanierung ein Modellbeispiel für Dorferneuerung. Die evangelische Kirche St. Maria besitzt ein Langhaus aus dem 19. Jahrhundert und gotische Bauteile (12.-14. Jahrhundert) wie den Chor und Wandgemälde, den Turm und das Westportal.

Seit 1979 hat Friedelsheim eine große Mehrzweckhalle (Schwabenbachhalle). Das alte Wachhaus wurde renoviert und dient als Wohnung. Auch der Burggraben wurde erweitert und hat heute wieder fast dieselbe Wasserfläche wie zuvor. Spätbarocke und klassizistische Winzerhäuser runden wie ein gut eingepasstes Neubaugebiet das freundliche Ortsbild ab. Die Gemeinde hat Anschluss an die Rhein-Haardtbahn.


Links:

www.friedelsheim.de


 
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