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Frühe Hilfen: Sprechstunde für Eltern mit Schreibaby
Wenn Eltern Unterstützung mit ihrem Schreibaby brauchen, finden sie sie zukünftig in einer auch für den Landkreis Bad Dürkheim zuständigen präventiven Elternberatung in Speyer. Die ist im Jahr 2024 ins Leben gerufen worden, weil die sogenannte Schreiambulanz am Speyerer Diakonissenkrankenhaus nach zehn Jahren eingestellt wurde. Die Sprechstunde ist in der Heinrich-Heine-Straße 8 in Speyer zu finden. Träger ist die Stadt Speyer.
Als Schreibaby gilt ein Säugling, der über mehr als drei Wochen an mehr als drei Tagen länger als drei Stunden schreit. Theresa Hatzfeld, im Jugendamt der Kreisverwaltung für Frühe Hilfen zuständig, erklärt: „Das Kind hat keinen Hunger, keinen Durst, ist nicht müde, hat keine volle Windel, ist in der Regel körperlich gesund. Die Ursache des dauerhaften Schreiens ist unbekannt. Man geht davon aus, dass es sich um eine Kombination aus Reizüberflutung und Regulationsstörung handelt.“ Meistens geht es nur um das erste halbe Lebensjahr des Kindes, danach ist es vorbei mit dem dauerhaften Schreien. Aber bis dahin kann das schon zu einem großen Problem geworden sein.
Ängste und Stress der Eltern ernst nehmen
Die betroffenen Eltern und ihre Babys brauchen spezielle Unterstützung. Denn grundsätzlich kann man gegen das anhaltende Schreien nur bedingt etwas tun. „Und das ist eine Riesenbelastung für die Mütter und Väter, die sich fragen, ob sie was falsch machen, ob es ihrem Kind nicht gut geht. Da sind große Ängste, Überforderung und emotionaler Stress vorhanden“, weiß Hatzfeld.
Natürlich muss zuallererst geklärt werden, ob dem Baby wirklich nichts fehlt. „Wenn das der Fall ist, brauchen die Eltern Beratung und auch Beruhigung. Sie sollten Tipps bekommen, wie man lernen kann, dieses Schreien auszuhalten, ohne die Nerven zu verlieren. Und gleichzeitig sollen sie lernen, wie das kindliche Nervensystem funktioniert und warum manche Babys deutlich sensibler reagieren als andere“, führt die Mitarbeiterin des Jugendamts weiter aus. Es sei auch wichtig, zu vermitteln, dass die Eltern keinen Fehler machen oder an ihnen selbst etwas „falsch“ ist.
Gute Kooperation mit Stadt Speyer
Die präventive Sprechstunde für Familien mit Kindern von null bis drei Jahren ist bei den Frühen Hilfen der Stadt Speyer integriert. Die Frühen Hilfen sind ein Bereich des Jugendamts, an den Familien sich wenden können, wenn sie das Gefühl haben, während der Schwangerschaft oder nach der Geburt mit dem Alltag mit Kind überfordert zu sein. Es ist ein niedrigschwelliges, kostenloses Angebot, mit dem das Jugendamt tätig werden und die Familien so früh wie möglich unterstützen will. Das gilt für die Bad Dürkheimer Kreisverwaltung ebenso wie für die Stadt Speyer.
Bis zum dritten Geburtstag eines Kindes können Frühe Hilfen in Anspruch genommen werden. Es geht um Beratung, Begleitung, Vermittlung und praktische Hilfestellungen. „Für all das muss aber niemand nach Speyer fahren. Zu all diesen Themen können wir hier vor Ort Unterstützung anbieten. Schreibabys sind aber ein sehr spezielles Thema, weswegen wir froh sind, dass wir hier mit der Stadt Speyer kooperieren können“, erklärt der fürs Jugendamt zuständige Erste Kreisbeigeordnete Timo Jordan. Die Kreisverwaltung beteiligt sich finanziell an der präventiven Sprechstunde. Hebammen und auch die Familienhebammen der Frühen Hilfen im Kreis kennen das Angebot, Flyer und weiteres Werbematerial in Geburtskliniken und bei Gynäkologen sollen Betroffenen möglichst direkt den Weg nach Speyer weisen.
Präventiv, niedrigschwellig, kostenfrei
Wie auch bei den Frühen Hilfen im Landkreis Bad Dürkheim gilt für die präventive Sprechstunde: Die Beratungsansätze sind präventiv, niedrigschwellig, kostenfrei, ressourcen- und lösungsorientiert, vertraulich und stellen ein bedarfsgerechtes, individuelles Beratungsangebot für Eltern dar.
Info & Kontakt für Bürgerinnen und Bürger:
- Theresa Hatzfeld, Telefon 06322/961-4010, E-Mail fruehehilfen@kreis-bad-duerkheim.de

