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Achtung, Hitze! Tipps für die heißen Tage
Kaum ist der Sommer da, lassen Hitzewellen nicht lange auf sich warten. Auch in den kommenden Tagen soll es heiß werden. Hohe Temperaturen über längere Zeiträume sind mit Vorsicht zu genießen – darauf kann man nicht oft genug hinweisen. Grund genug, sich dem Thema mit Gesundheitsamtsleiterin Katharina Ruppel genauer zu widmen.
„Die extrem heißen Sommertage der vergangenen Jahre sind für die meisten Menschen nicht leicht zu ertragen. Aber vor allem für Ältere, kleine Kinder, Schwangere oder Menschen mit gesundheitlichen Vorbelastungen kann Hitze eine noch größere Gefahr sein als für alle anderen. Darum ist es wichtig, auf einiges zu achten, wenn der Sommer jetzt so richtig in Fahrt kommt“, erklärt die Medizinerin und verweist darauf, dass auch das Robert-Koch-Institut warnt: „Hitze stellt für die gesamte Bevölkerung in Deutschland ein Gesundheitsrisiko dar.“
Unfallrisiko steigt bei Hitze
Direkte Folge von hohen Temperaturen kann Dehydrierung sein, weil die Menschen nicht genug trinken. Was mit Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Schwindel oder schlaffer Haut beginnen kann, zieht möglicherweise als Folge Kreislaufprobleme, Verwirrtheitszustände, Erbrechen oder eine allgemeine Schwäche nach sich. Es kann zu Hitzekrämpfen oder zum lebensbedrohlichen Hitzschlag kommen. Das Unfallrisiko steigt bei Hitze ebenso wie das Risiko, dass mit Wasser oder Nahrung Erkrankungen übertragen werden, weil viele Erreger sich bei hohen Temperaturen stärker vermehren und es zugleich schwieriger ist, Kühlketten einzuhalten. Hohe Temperaturen belasten das Herz-Kreislauf-System, zudem können bestehende Beschwerden noch verstärkt werden, beispielsweise bei psychischen Störungen, Atemwegs- oder Stoffwechselerkrankungen.
Wenn ärztlicher Rat nötig ist, ist außerhalb der Sprechzeiten der Praxen der ärztliche Bereitschaftsdienst unter Telefon 116117 erreichbar. Besteht lebensbedrohliche Gefahr, muss der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 alarmiert werden.
Tipp Nr. 1: Ausreichend Trinken!
Für Kinder unter zehn Jahren sollte es etwa ein Liter am Tag sein, 1,5 Liter sind es für Kinder zwischen zehn und 18 Jahren. Erwachsene brauchen 1,5 bis zwei Liter pro Tag, wobei es bei hoher Belastung bei Arbeit oder Sport mit starkem Schwitzen auch deutlich mehr sein kann.

© Alexa/Pixabay
Verdünnter Fruchtsaft ist ein guter Durstlöscher.
„Wer dazu neigt, das Trinken zu vergessen, sollte sich Wasser in griffbereite Nähe stellen“, rät Ruppel. Das erinnert ans regelmäßige Trinken. Dabei sollte man übrigens auf Alkohol verzichten. Als Durstlöscher und zum Auffüllen der Flüssigkeitsspeicher geeignet sind dagegen Mineralwasser, Leitungswasser, ungesüßter Tee oder verdünnte Fruchtsäfte. Sie sollten allerdings nicht zu kalt sein, weil das damit verbundene „Aufwärmen“ den möglicherweise schon von Hitze gestressten Körper zusätzlich belasten kann.
Hilfreich für die Flüssigkeitszufuhr unterwegs: Refill-Stationen. Geschäfte und Einrichtungen mit dem Refill-Aufkleber bieten kostenfreies Leitungswasser für jedes mitgebrachte Trinkgefäß an. Unter www.refill.de/karte sind auch erste Stationen in Haßloch, Bad Dürkheim, Weißenheim am Berg und Bissersheim eingetragen. Die Karte zeigt Refill-Stationen in ganz Deutschland.
Tipp Nr. 2: Gut vorbereitet durch den Tag!
Jeder, der nicht wegen seines Berufs unausweichlich draußen sein muss, sollte seinen Tagesablauf je nach Wettervorhersage und/oder Hitzewarnung anpassen. Anstrengende Tätigkeiten sollten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden gelegt werden. Gleiches gilt fürs Lüften, um das Zuhause so kühl wie möglich zu halten.
Tipp Nr. 3: Draußen gut geschützt!
Keiner sollte ohne Sonnenschutzmittel länger draußen unterwegs sein. Für Jugendliche und Erwachsene wird mindestens Lichtschutzfaktor 30 empfohlen, für Kinder 50.

© Beate/Pixabay
Sonnenschutz ist wichtig bei den angekündigten Temperaturen.
Für Kleidung gilt: möglichst leicht, nicht enganliegend, helle Farben und lange Ärmel und Beine. Gut geeignete Stoffe sind aus Baumwolle oder Leinen. Hilfreich ist auch eine Kopfbedeckung wie ein Strohhut als Sonnenschutz – leicht, nicht einengend oder gar wärmend.
Auch nicht zu vergessen ist der Sonnenschutz für die Augen. Sonnenbrillen können günstig sein, sollten aber unbedingt einen ausreichenden UV-Schutz (UV 400) aufweisen.
Tipp Nr. 4: Abkühlung suchen!
So simpel es klingt: Im Schatten ist’s kühler. Da kann auch schon der Weg durch die Stadt einfacher werden, wenn man nicht auf der sonnenbestrahlten Straßenseite läuft. Wer kann, meidet dicht bebaute, verkehrsreiche Orte, an denen es oft noch heißer ist als im Grünen oder am Wasser. „Zum Beispiel sind die Salinen oder der Wasserspielplatz im Kurpark in Bad Dürkheim prima Orte, um sich im Sommer draußen aufzuhalten“, weiß Ruppel. Es ist gut, zu wissen, wo im eigenen Umfeld solche kühleren Orte zu finden sind. Zusätzliche kleine Abkühlungen können Fächer und Sprühflaschen verschaffen.
Tipp Nr. 5: Ernährung anpassen!
Deftiger Braten mit Knödel und Soße, Käsespätzle – das ist nicht das ideale Mittag- oder Abendessen im Hochsommer. „Vermeiden Sie fettes, schweres Essen“, rät Ruppel. Denn das belastet den Organismus zusätzlich. Gut geeignet sind dagegen Gemüse, Salat und wasserreiches Obst, das viel besser verarbeitet werden kann. Außerdem gilt vor allem im Sommer: Besser mehrmals am Tag kleine Portionen essen, als ein- oder zweimal einen vollgehäuften Teller.
Tipp Nr. 6: Achtung – Medikamente und Hitze!
Woran viele an heißen Sommertagen nicht denken: Hitze kann Wechselwirkungen mit Medikamenten verursachen, das kann beispielsweise Blutdrucksenker, Schmerzmittel, Psychopharmaka oder Antibiotika betreffen. Wer unsicher ist, sollte bei Arzt oder Ärztin oder in der Apotheke nachfragen. Medikamente sollten nicht über 25 Grad Celsius gelagert werden. „Es ist hilfreich, sich zu überlegen, wo man Medikamente in Haus oder Wohnung vielleicht kühler unterbringen kann“, sagt die Gesundheitsamtsleiterin.
Tipp Nr. 7: Aufeinander achten!
Ja, Hitze betrifft naturgemäß erst mal jeden. Es gibt aber Menschen, die stärker darunter leiden. „Sind Sie selbst fit, aber es gibt in Ihrer Nachbarschaft Ältere, Kinder oder Erkrankte? Bieten Sie Ihre Hilfe an. Vielleicht kann man der Seniorin im Stockwerk obendrüber mal die Einkäufe hochtragen oder etwas für den auf eine Gehhilfe angewiesenen Nachbarn erledigen“, appelliert Ruppel auch an den Gemeinsinn der Menschen.
Weitere Infos gibt es online auf www.hitzeaktionstag.de oder www.lzg-rlp.de/de/hitze-und-gesundheit.html

