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Artenschutz mit Genussfaktor
Gemütlich in den eigenen Garten schlendern und eine süße Birne oder einen knackigen Apfel vom Baum pflücken? Das ist vielerorts selten geworden, weil alte Obstbäume aus immer eintönigeren Gärten entfernt werden oder gleich ganze Streuobstwiesen verschwinden. Dem will die Untere Naturschutzbehörde mit ihren Rangern entgegenwirken. Und zwar mit einer Aktion, bei der Bürgerinnen und Bürger über den Landkreis Bad Dürkheim Obstbäume erwerben können.
Die Aktion beginnt mit einer kostenlosen Info-Veranstaltung am Donnerstag, 5. März, 18 Uhr, im Ratssaal der Kreisverwaltung, Philipp-Fauth-Straße 11, in Bad Dürkheim. Herbert Ritthaler von der Baumschule Ritthaler in Hütschenhausen referiert über verschiedene Sorten, aber auch über Erziehungs- und Erhaltungsschnitt von Obstbäumen. Die Bürgerinnen und Bürger können dabei nicht nur Fragen stellen, sondern auch Fotos ihrer Bäume mitbringen und sich Tipps vom Experten holen.
Nach der Auftaktveranstaltung können über die Kreisverwaltung Obstbäume bei der Baumschule bestellt werden. Die Verwaltung tritt dabei lediglich als Vermittler auf. „Der Landkreis verdient an dieser Aktion nichts. Es ist uns aber ein Anliegen, die Verbreitung von heimischen Obstbäumen verschiedener Sorten im Landkreis voranzutreiben. Egal, ob Streuobstwiese oder ein Plätzchen im Garten: Obstbäume sind ein wichtiger Beitrag zur Biodiversität, bieten Nahrung und Lebensraum und bereichern unsere Natur im Landkreis“, betont der für Naturschutz zuständige Kreisbeigeordnete Sven Hoffmann, der die Idee zur Aktion hatte.
Ziel ist es, den Menschen einen einfachen Zugang zu qualitativ hochwertigen Obstbäumen zu ermöglichen. Das gilt nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Unternehmen und Vereine, die aus einer Pflanzaktion gleich noch ein Gemeinschaftsprojekt machen könnten. Mitbestellt werden können auch Holzpfähle und Kokosstrick zum Anbinden. „Die Bürgerinnen und Bürger kommen dann im November zu einer Abholaktion auf dem Wurstmarktplatz in Bad Dürkheim und können ihre Bäume und das Material unkompliziert mitnehmen“, erklärt Volker Kaul, Leiter der Abteilung Bauen und Umwelt bei der Kreisverwaltung.
Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte sind auch im Landkreis Bad Dürkheim immer mehr Streuobstwiesen oder auch prägnante Einzelbäume verschwunden. Das zeigt ein simpler Vergleich von Luftbildern. Schon einzelne Bäume seien hier hilfreich, sagen die Naturschützer vom Kreis. Noch schöner wäre es, würden mancherorts wieder Streuobstwiesen entstehen. Der Landkreis geht den Weg selbst mit, hat Mitte Januar Obst- und heimische Laubbäume und Sträucher in Freinsheim gepflanzt.
Bei der Obstbaum-Aktion bestellbar sind alte und neue Sorten von Apfel, Kirsche, Mispel, Mirabelle, Quitte und Mandel, die nach Angaben der Baumschule mit heutigen Klimabedingungen zurechtkommen. Da wären beispielsweise die Portugiesische Birnenquitte, die Mispel von Metz, die Mirabelle von Nancy, die Dürkheimer Krachmandel oder Büttners Rote Knorpelkirsche, aber auch unterschiedlichste Apfelsorten vom Königlichen Kurzstiel bis zum Freinsheimer Taffetapfel.
„Wer heute einen Obstbaum pflanzt, erntet morgen nicht nur Früchte, sondern auch Freude, Schatten und ein Stück Selbstversorgung. Gerade für Familien ist ein Obstbaum etwas Bleibendes – ein Ort zum Spielen, Lernen und Erleben von Natur“, sagt der Beigeordnete.
Wer bei der Aktion Bäume für den heimischen Garten oder seine Wiesenfläche bestellen möchte, kann auf der Website der Kreisverwaltung unter www.kreis-bad-duerkheim.de/obstbaum-aktion ein Bestellformular ausfüllen oder eine formlose Mail an obstbaum@kreis-bad-duerkheim.de schreiben. Auch eine Bestellung per Post ist möglich. Bei der Info-Veranstaltung am 5. März werden außerdem Bestellcoupons verteilt.

