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Katharina Ruppel ist neue Leiterin des Gesundheitsamts
Seit 1. Februar ist Katharina Ruppel neue Leiterin des Gesundheitsamts des Landkreises Bad Dürkheim. Die 45-jährige Chirurgin kam vom Marienhaus Klinikum Hetzelstift Neustadt zur Kreisverwaltung und freut sich auf ihre neuen Aufgaben. Vor allem Prävention ist ein Thema, das die Medizinerin umtreibt und das sie auch gerne im Gesundheitsamt weiter voranbringen möchte. Ihr Ziel: „Das Gesundheitsamt sollte die Funktion der Gesundheitsfürsorge für alle in der Bevölkerung übernehmen vom Säugling bis zum alten Menschen. Daran möchte ich arbeiten!“
„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Katharina Ruppel eine hochqualifizierte Medizinerin für die verantwortungsvolle Stelle als Leiterin des Gesundheitsamts gewinnen konnten. Ihre medizinische und organisatorische Expertise, ihre Ideen und neuen Impulse werden die Abteilung stärken. Mit ihrem Blick für moderne, effiziente Strukturen bringt sie beste Voraussetzungen mit, um die wichtige Arbeit im Gesundheitsamt erfolgreich weiterzuentwickeln und es auch nach dem herausfordernden Umzug von Neustadt nach Bad Dürkheim für zukünftige Aufgaben gut aufzustellen“, sagt der für das Gesundheitsamt zuständige Erste Kreisbeigeordnete Timo Jordan.
Studium in Halle und Mannheim
Schon als Kind war Ruppel klar: „Ich will Ärztin werden!“ Den Weg hat sie konsequent verfolgt. Aufgewachsen nahe Stuttgart, gab es nach dem Abitur einen Studienplatz für sie an der Martin-Luther-Universität in Halle an der Saale, wo sie ihren heutigen Ehemann kennengelernt hat. 2004 ist die angehende Ärztin nach dem Physikum, dem ersten Staatsexamen im Medizinstudium, nach Mannheim gewechselt.

© KV/Estelmann
Katharina Ruppel
Ruppel hat sich dort an vielen Stellen engagiert, unter anderem in der Fachschaft, aber auch in der Entwicklung des „Ma-Re-Cu-M“. Die Abkürzung steht für Mannheimer Reformiertes Curriculum für Medizin und ist ein Modellstudiengang der Medizinischen Fakultät Mannheim, die zur Universität Heidelberg gehört. „Das war toll, weil es zu dem Zeitpunkt in Mannheim die sogenannte Vorklinik nicht gab. Die ersten vier Semester des Medizinstudiums haben also gefehlt“, erzählt Ruppel, „wir haben damals einen Studiengang entwickelt, der organbezogenes Lernen beinhaltet hat. Wenn es zum Beispiel um die Niere geht, soll es um alles gehen, was mit Niere zu tun hat – Anatomie, Physiologie, Biochemie.“ Die Arbeit an der Entwicklung des Studiengangs hat Früchte getragen, noch heute läuft das Medizinstudium in Mannheim nach dieser fächerübergreifenden Struktur.
Herzensprojekt Teddybärkrankenhaus
In ihrer Zeit an der Uniklinik hat sich Ruppel auch für das Teddybärkrankenhaus eingesetzt, das sie später ans Hetzelstift mitgebracht hat. „Die Zielgruppe sind Kinder etwa ab fünf Jahren, denen wir die Angst vorm Arzt nehmen wollen. Sie bringen ein ,krankes‘ Kuscheltier mit ins Teddybärkrankenhaus und machen den ganzen Untersuchungsablauf als Teddymama oder -papa mit“, erklärt sie das Projekt.
Von Anmeldung über Anamnese bis hin zu Verbänden und „Medizin“ erleben die Kinder mit ihrem Kuscheltier, dass Ärztinnen und Ärzte helfen wollen, gesund zu werden. Früher kann ein Präventionsprojekt fast nicht ansetzen. Und natürlich muss dann ganz dringend mal der Hals einer Giraffe geschient oder ein Teddyohr wieder angenäht werden. Da die Medizinerin mit ihrer Familie mit vier Generationen unter einem Dach in Friedelsheim wohnt, hat auch die Kita im Ort ab und an ein Teddybärkrankenhaus zu Gast. Es soll auch ein Programmpunkt beim nächsten Pflegekinderfest der Kreisverwaltung sein.
Arbeit in Visceralchirurgie und Notaufnahme
Aber zurück zu Ruppels bisherigen beruflichen Stationen: Nach dem Abschluss 2009 hat Ruppel im Hetzelstift in der Visceralchirurgie angefangen, hat 2020 ihren Facharzt gemacht. Mit einer Kollegin hat sie das Darmzentrum im Hetzelstift koordiniert, viel mit Tumorpatienten gearbeitet. Zuletzt war sie Funktionsoberärztin in der Notaufnahme, ehe sie im November 2025 als Schul- und Amtsärztin ins Gesundheitsamt der Kreisverwaltung gewechselt ist. Nun folgte der Schritt an die Spitze der Behörde. Ein wichtiger Grund war für sie, dass sie sich mehr mit präventiven Themen beschäftigen wollte, damit Menschen gar nicht erst in der Arztpraxis oder im Krankenhaus landen.
Im Gesundheitsamt ist sie bereits mittendrin in der Einarbeitung, es laufen aktuell viele Kennenlerngespräche mit den knapp 40 Mitarbeitenden. Themen und Informationen sichten, sich mit neuen Gesetzen beschäftigen – all das füllt jetzt die Tage der neuen Gesundheitsamtschefin, die von sich selbst sagt: „Ich bin pragmatisch und an Lösungen interessiert. Da bin und bleibe ich Chirurgin.“ Dazu passt auch ihre klare Art der Kommunikation und des strukturierten Arbeitens.
Frauen als Chirurginnen fördern
Apropos Chirurgin: In dem Job haben es Frauen auch heute noch deutlich schwerer als Männer, werden in Teilzeit häufig benachteiligt und bei Beförderungen übergangen. Darum ist Ruppel im Verein „Die Chirurginnen“ als Mentorin aktiv und unterstützt junge Medizinerinnen auf ihrem beruflichen Weg. Auch außerhalb der Arbeit ist Ruppel engagiert. Sie ist an der Schule ihres Sohnes Schulelternbeiratsvorsitzende und an der ihrer Tochter im Förderverein aktiv. Sie gehört dem Deutsch-Französischen Freundeskreis Wachenheim-Cuisery an und verbessert nicht nur beim regen Austausch mit der Deidesheimer Partnerstadt Cuisery ihre Französischkenntnisse.
Als Hobbies nennt sie Kochen – „mit Zeit und Muße gerne auch aufwendig“ – und Lesen – „alles, was kommt von Belletristik bis Biographien“. „Ich bin auch gern in unserem Garten oder im Pfälzerwald unterwegs“, verrät Ruppel. Gutes Essen und ein gutes Glas Wein kann sie genießen. Ob die Medizinerin den Job als Chirurgin im OP vermisst? Auch hier ist ihre Antwort klar: „Ich bin im Moment genau richtig, da wo ich jetzt bin.“

