Bild von einer zusammengeklappten Zeitung

Ausstellung zum Holocaust: Einige waren Nachbarn

Von 11. bis 28. Mai zeigt die Kreisverwaltung in ihrem Foyer die Ausstellung „Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand“ in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte KZ Osthofen. Die Ausstellung befasst sich mit einer der zentralen Fragen zum Holocaust: Wie war der Holocaust möglich? Die zentrale Rolle von Hitler und anderen Führern der NSDAP ist unbestreitbar. Doch die Abhängigkeit dieser Täter von unzähligen anderen für die Durchführung der NS-Rassenpolitik ist weniger bekannt. Im NS-Deutschland und in dem von Deutschland dominierten Europa entwickelten sich überall, in Regierung und Gesellschaft, Formen von Zusammenarbeit und Mittäterschaft, wo immer die Opfer von Verfolgung und Massenmord auch lebten. „Einige waren Nachbarn“ nimmt die Rolle der gewöhnlichen Menschen in den Blick und die Vielzahl von Motiven und Spannungen, die individuelle Handlungsoptionen beeinflussten. Die Ausstellung zeigt aber auch Personen, die den Möglichkeiten und Versuchungen, ihre Mitmenschen zu verraten, nicht nachgegeben haben und daran erinnern, dass es auch in extremen Zeiten Alternativen zu Kollaboration und Täterschaft gibt.

Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten der Kreisverwaltung im Foyer frei zugänglich. Am Dienstag, 19. Mai, um 16 Uhr bietet Dominik Hook von der Gedenkstätte KZ Osthofen außerdem eine öffentliche Führung an. Die Führung ist kostenlos, um Anmeldung unter kultur@kreis-bad-duerkheim.de bis 14. Mai wird gebeten.

Konzipiert wurde die Ausstellung vom United States Holocaust Memorial Museum (USHMM, www.ushmm.org/einige-waren-nachbarn). Die Gedenkstätte KZ Osthofen verleiht als Kooperationspartner des USHMM die Ausstellung in Rheinland-Pfalz. Gefördert wird diese Arbeit durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Die Kreisverwaltung Bad Dürkheim hat die Ausleihe außerdem für mehrere Schulen in Kreisträgerschaft organisiert. So war sie bereits im April und Mai am Hannah-Arendt-Gymnasium und der Siebenpfeiffer-Realschule plus in Haßloch zu sehen. Nach der Schau im Foyer des Kreishauses wandert die Ausstellung weiter an die Gottlieb-Wenz-Schule in Haßloch und an die Berufsbildende Schule in Bad Dürkheim. In den Schulen wird die Ausstellung nicht öffentlich gezeigt, sondern im Unterricht eingesetzt.