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Bürgerpreis 2025 verleihen: Erster Preis für Verein Aktion Limburg

Der Verein Aktion Limburg aus Bad Dürkheim hat am Sonntag, 19. April, den ersten Preis bei der Verleihung des Bürgerpreises 2025 erhalten. Der Preis wird alljährlich von der Stiftung für Kultur, Soziales, Umwelt, Bildung, Unterricht und Erziehung des Kreises Bad Dürkheim verliehen, um das freiwillige Engagement von Privatpersonen, aber auch von Vereinen, Schulen, Institutionen und Projekten zu würdigen. Hierdurch soll das ehrenamtliche Engagement unterstützt und gefördert werden. „Wir wollen heute Menschen ehren, die oft im Stillen Großes leisten. Menschen, die ihre Zeit, ihre Kraft und ihr Herz einsetzen – nicht für Anerkennung oder Applaus, sondern aus Überzeugung. Genau das ist es, was das Ehrenamt so besonders macht“, sagte Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld bei der Feierstunde im Foyer des Kreishauses in Bad Dürkheim.

Musikalisch umrahmt wurde der Empfang von den Jungbläsern des Posaunenchores Soli Deo Gloria aus Elmstein. Außerdem war im Foyer die Ausstellung mit Werken des afghanischen Künstlers Ghulam Naqshband Haidary zu sehen. Der Künstler richtete, teils übersetzt von seiner Tochter Weera, ebenfalls einige Worte an die Gäste der Bürgerpreisverleihung. Die Ausstellung mit Motiven aus seiner afghanischen Heimat und rund um sein neues Zuhause in Bad Dürkheim ist bis 24. April zu sehen.

Insgesamt sind vier Preisträger geehrt worden. Der zweite Preis ging an den Verein Stiftung Freinsheim. Den dritten Preis haben sich Wolfang Mildner aus Lambrecht und Bernhard Oberhettinger aus Deidesheim geteilt. Die Träger des dritten Preises konnten aus Termingründen leider beide bei der Preisverleihung nicht anwesend sein. Das soll der Würdigung ihres Engagements aber keinen Abbruch tun. Sie werden ihre Auszeichnung am Dienstag, 12. Mai, 11 Uhr, im Kreishaus erhalten.

Erster Preis, 3000 Euro: Verein Aktion Limburg

Der Verein engagiert sich seit 50 Jahren in herausragender Weise für den Erhalt eines der bedeutendsten kulturhistorischen Bauwerke im Landkreis: der Ruine des Benediktinerklosters Limburg. Zugleich bemüht sich der Verein mit regelmäßigen Führungen, Vorträgen und Veröffentlichungen darum, das Wissen um die Geschichte der Limburg zu bewahren und zu vermitteln. „Mit hohem ehrenamtlichen Einsatz und erheblicher Kompetenz haben die Mitglieder des Vereins maßgeblich an Sicherung, Rekonstruktion und denkmalgerechter Weiterentwicklung der Klosterruine mitgewirkt“, hob der Landrat bei der Preisverleihung hervor und verwies besonders auf die Rekonstruktion der Krypta, die heute als Außenstelle des Bad Dürkheimer Standesamts für Trauungen genutzt wird. „Das ist die bestmögliche Verbindung von Denkmalpflege, Erhalt und Nutzung eines so geschichtsträchtigen Bauwerks wie der Limburg“, betonte Ihlenfeld.

Aktuell hat sich der Verein die Sicherung des Tonnengewölbes im Refektorium vorgenommen. Mit einer Überdachung soll der Teil des Klosters langfristig erhalten werden. „Das unterstreicht den vorausschauenden und nachhaltigen Ansatz des Vereins Aktion Limburg“, sagte der Landrat.

Zweiter Preis, 2000 Euro: Verein Stiftung Freinsheim

Der Verein Stiftung Freinsheim engagiert sich seit 33 Jahren mit Beständigkeit und Tatkraft für das Ansehen der Stadt Freinsheim – von der Sanierung und Pflege öffentlicher Kultur- und Baudenkmäler über die Gestaltung öffentlicher Grün- und Freiräume bis zur Installation von Kunst im öffentlichen Raum. Damit prägt der Verein das Gesicht der Stadt Freinsheim. Bemerkenswerte Beispiele sind der Wiederaufbau und Erhalt des Barockgartens und des Apothekergartens, in die viele Arbeitsstunden und gärtnerische Begeisterung gesteckt wurden. In beiden Fällen gelang und gelingt es den Mitgliedern der Stiftung Freinsheim über Jahrzehnte, Bürgerinnen und Bürger einzubinden und niedrigschwellig beispielsweise mit Mitmachaktionen und Beetpatenschaften für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen.

„Da treffen ökologische Vielfalt auf aktives Miteinander.  So werden die Gärten in Freinsheim zu grünen Plattformen für gemeinsames Gestalten, aber auch für Begegnung, Austausch und generationenübergreifendes Miteinander“, lobte der Landrat.  Mit Projekten wie dem „Heilgarten 2.0“ beweist der Verein Innovationsgeist: Auf einer Brachfläche angrenzend an den Apothekergarten ist eine Anlage mit klimaresilienten Heilpflanzen geplant.

Dritter Preis, je 500 Euro: Bernhard Oberhettinger (Deidesheim) und Wolfgang Mildner (Lambrecht)

Bernhard Oberhettinger engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für seine Heimatstadt Deidesheim. Seit 2009 ist er Partnerschaftsbeauftragter und kümmert sich mit viel Herzblut und Begeisterung um die Verbindungen zu den vier Deidesheimer Partnerstädten in Frankreich (St. Jean de Boiseau), Ungarn (Tihany), Schweiz (Buochs) und Thüringen (Bad Klosterlausnitz). „Das ehrenamtliche Engagement Bernhard Oberhettingers trägt zur Verständigung über Ländergrenzen hinweg bei“, betonte Landrat Ihlenfeld. Der Geehrte war zudem lange Jahre politisch aktiv im Stadtrat und als Beigeordneter der Stadt Deidesheim. Unter anderem wirkt er heute noch am Netzwerk Cittaslow mit, um eine nachhaltige und lebenswerte Entwicklung der Stadt zu unterstützen. Oberhettinger setzt sich auch für den Erhalt von Flurkreuzen und die Pflege von Grünanlagen ein – das Ortsbild „seiner“ Stadt liegt dem 72-Jährigen am Herzen. Oberhettinger dürfte aber auch deshalb vielen Menschen im Landkreis bekannt sein, weil er an Grundschulen in Deidesheim, Meckenheim und Ellerstadt/Friedelsheim/Gönnheim teils als Lehrer, teils als Schulleiter gearbeitet hat. Bei seiner letzten beruflichen Station als Schulleiter in Deidesheim – 2015 ist er in Ruhestand gegangen – hat er Projekte ins Leben gerufen, die heute noch Bestand haben, wie etwa die Organisation von Spendenläufen zugunsten von Hilfsprojekten in Indien. Durch sein facettenreiches Wirken hat Bernhard Oberhettinger auf verschiedenen Wegen mit seinem ehrenamtlichen Engagement die Stadt Deidesheim nachhaltig geprägt. „Das verdient Anerkennung“, so Ihlenfeld abschließend.

Der Name Wolfgang Mildner ist vor allem den Menschen in und um Lambrecht ein Begriff, die ebenso wie der Geehrte der Natur oder dem Klettersport verbunden sind. Seit mehr als 20 Jahren pflegt Mildner die Streuobstwiese Beutelstein, seit über 15 Jahren die Streuobstwiese Bohnenäcker. Dabei hat es sich der 72-Jährige auch gleich noch zur Aufgabe gemacht, alte, in Vergessenheit geratene Obstsorten im Lambrechter Tal zu entdecken und zu erhalten. Seine Liebe zur Natur spiegelt sich auch in seiner Begeisterung für das Klettern wider. Mildner hat die Klettergruppe in Lambrecht gegründet und war maßgeblich an der Einrichtung von Klettertouren in Steinbrüchen der Region beteiligt: in Lambrecht, Lindenberg, Weidenthal und Gimmeldingen. Als der frühere Chemielaborant in Ruhestand ging, hat er sich diesem Hobby weiter gewidmet, Gipfelbücher aufgelegt, und mit dem Verein „Pfälzer Kletterer“ Routen an Felsen im Wasgau saniert. Der umtriebige Lambrechter hat sich zudem in diversen Publikationen auf der Webseite der Naturfreunde Lambrecht unter anderem mit Brunnen, Grenz-, Gedenk- und Orientierungssteinen beschäftigt.